»Es ist aber doch so, wie ich sage«, beharrte Arnold kalt. »Von mir aus mag sie treiben, was sie will, aber ich weiß, was ich weiß.«

Natalies Neugier war aufs äußerste gestiegen. Ungeduldig nahm sie Arnolds Arm und führte ihn in ein nebenan gelegenes, kleineres Gemach. Zwei alte Herren saßen am Fenster und unterhielten sich leise; sie erhoben sich nun und gingen hinaus.

»Also was wissen Sie? Erzählen Sie! Erzählen Sie!« begann Natalie sogleich.

Arnold runzelte die Stirn. »Gar nichts erzähl’ ich Ihnen«, antwortete er grob.

Natalie sah ihn entsetzt an.

Er aber fuhr fort: »Ist es wahr, daß Sie gar kein Geld haben, um die ganze Herrlichkeit zu bezahlen, die Sie da den Leuten vormachen? Ich hab’ auch noch ganz andre Dinge gehört, davon will ich aber jetzt nicht reden. Was treiben Sie denn eigentlich? Warum ist denn das so?«

Natalies Entsetzen war mitleiderregend. Sie zitterte über den ganzen Körper, trat einen Schritt zurück und flüsterte: »Was fällt Ihnen denn ein? Sind Sie toll geworden, Monsieur?«

Ah, Monsieur sagt sie zu mir, dachte Arnold verdrießlich. Als er jedoch ihre hübschen Kinderaugen voll Tränen sah, wurde er gerührt. »Wenn es nicht wahr wäre, würden Sie nicht weinen«, bemerkte er treuherzig.

Natalie hätte plötzlich lachen mögen. Sie zog das Taschentuch und verbarg das Gesicht. Sie erstickte beinahe an dem unterdrückten Lachanfall. Dann kam ihr ein Einfall, der ihr in den Ernst zurückverhalf. Er ist reich, dachte sie, man könnte seine Dummheit benutzen.

»Sie sind ein sonderbarer Mensch«, sagte sie, das Gesicht erhebend und unter Tränen lächelnd. »Wir müssen ausführlich miteinander reden, wir würden uns sicher verstehen. Kommen Sie doch mal, wenn ich allein bin.«