Die seltsame Antwort machte den Amtmann stutzig. Aber er hatte nicht Lust, weiter zu fragen, sondern ging ins Haus. Tarnow folgte ihm und suchte gleich sein Zimmer auf, wo der Jäger Klein schon im tiefen Schlaf lag.
Tarnows Arbeit am nächsten Tag glich einer Arbeit, die man im Traum verrichtet. Aber er beherrschte sich so, daß es nicht auffallend war. Er konnte die Schaffnerin von da an nicht mehr sprechen. Der Amtmann war stets zugegen, wenn er sie irgendwo traf, und schließlich kam es so, daß er sich davor fürchtete, sie irgendwo allein zu treffen. Seine Augen waren immer umschleiert, so daß sein Blick etwas dumpf Sinnendes bekam. Sein Gang war schlendernder geworden. Eine merkbare Veränderung war mit ihm vorgegangen.
Auf den Wiesen wurde das Gras gemäht. Die Libuhn war bei den Kühen und melkte. Das Dach des kleinen Neubaues war schon aufgesetzt. Tarnow schrieb im Bureau. Die Schaffnerin und Truchs saßen in der Wohnstube.
»Nun Fanny, was hast du mir zu sagen?« fragte der Amtmann, der die Ellbogen auf seine Kniee gestützt hatte und ganz vorgebeugt saß.
»Ich, Truchs? Was soll ich dir zu sagen haben?«
»Heut früh hast du gesagt, nachmittags würdest du’s sagen,« murmelte der Amtmann.
»Es ist nichts, Truchs, ich hab’s schon vergessen.«
»Ich will es aber wissen, Leutholdin, hörst du?«
»Ich sag es aber nicht, Truchs.«
»Du bist in den Schreiber verliebt, Leutholdin, leugn’ es nicht. Das hast du mir sagen wollen. Bist du in den Schreiber verliebt, Fanny?«