Fanny

Ist recht, Gentz. (Sie beugt sich schnell, küßt seine Hand; ab.)

Gentz

(lauscht; dann auf und ab. Er geht zur Gartentür, schaut angestrengt nach rechts hinüber)

Da gehen sie hin, – die jungen Leute! (Er zieht sein Lorgnon heraus und verfolgt die sich Entfernenden mit den Blicken, bis sie verschwunden sind, dann wendet er sich ab und läßt sich in den Fauteuil sinken. In seinem Gesicht erlischt gleichsam ein Feuer, und der Ausdruck wird völlig greisenhaft.) Da gehen sie hin. Die jungen Leute. Als ob sie einen Sarg in die Erde gesenkt hätten. Wozu die Trauer? Wozu Opfer, wozu Treue, wozu Müh und Sorge? Das Leben schwindet, das Krüglein ist geleert. Kein Wort mehr, Gentz, den letzten Traum hast du dir verdient und bezahlt. Genug, genug. (Er erhebt sich, greift nach der Handglocke.) Wie noch alles hier nach ihrer Jugend riecht! Wie die Luft noch von jungem Lachen klingt ... Kein Wort, kein Wort mehr, Gentz. (Er läutet.)

Jean

(kommt)

Herr Hofrat befehlen?

Gentz

Geh Er zum Fürsten Metternich und richt Er aus, daß ich zum Diner heut abend nicht kommen kann.