(hat die Hand an die Stirn gedrückt, läßt sie fallen, tritt näher, frei und entflammt)
Wie kommt’s nur, daß ich dich jetzt so spüre, Karl Heinrich! Schon als es mich da draußen über die Schwelle zog, war mir, als ließ ich alle Zweifel zurück. Nicht Mitleid ist’s, nein, nein! – Höchstens könnte ich dein Mitleid fordern für mich, denn ich war so klein und ich glaubte, du würfest mich hin gegen die Welt und die Welt sei dir alles und ich zu wenig, ich zu allein gegen dich und die Welt. Jetzt aber sehe ich dich auch allein und das – das! Karl Heinrich –! (Sie ergreift seine Hand und drückt ihre Stirn darauf.)
Lang
(sinnend)
Ach, du wunderliches Geschöpf von einem Weib.
Anna
(wieder aufgerichtet)
Du hast recht, Karl Heinrich. Es sollen nicht so viele Worte zwischen den Menschen hin und her geworfen werden. Es soll vielleicht bestehen bleiben, dies Fremde und dies Ferne, das mich so oft gequält hat. Vielleicht ist es gut so, daß wir nicht zu allen Zeiten alles von einander wissen, und gut ist es auch, daß ich dich suchte. Ja, es ist gut, daß ich dich suche, wenn du mich hältst! – Behalte mich!
Ich will dich halten.