Ist Ihnen nicht wohl, Mylord? Sicherlich ist Ihnen nicht wohl. Es wäre grausam, wenn ich Sie jetzt allein ließe.
Lord Hamilton
Es scheint, Sie treiben ein Spiel mit mir ...
Emma Lyon
Gott bewahre. Dazu ist mein Respekt viel zu groß. Ich habe ein bißchen Revolution auszuführen versucht, das ist alles, aber Ihre Unerschütterlichkeit flößt mir Bewunderung ein. Mit Ihnen kann man nicht paktieren. Trotzdem schlage ich Ihnen ein Kompromiß vor. Überzeugen Sie mich davon, daß Ihr Geschlecht zu keiner Zeit und unter keiner Bedingung ein plebejisches Reis auf seinen erlauchten Stammbaum gepfropft hat, und ich will mich bescheiden. Ich gebe Sir Francis den Laufpaß, wenn Sie mir beweisen können, daß Ihre adeligen Vorfahren keinen andern Ehrgeiz gehabt haben, als eine fehlerlose Genealogie zu fabrizieren.
(in die Enge getrieben, vornehm)
Wenn ich eine Erörterung hierüber für möglich hielte, würde ich die Fundamente untergraben, auf denen ich stehe.
Emma Lyon
Und damit soll ich mich zufrieden geben? Die Klatschbase, die man Geschichte nennt, behauptet ganz frech, daß hin und wieder eine ziemlich zweifelhafte Lady ins Ehebett eines leichtsinnigen Lords geschlüpft ist. Oder ist es Schwindel, daß Lord James eine arme irische Schauspielerin geheiratet hat? Sie soll freilich so schön gewesen sein, daß während ihrer Vorstellung bei Hof der Scharlach der Aristokratie auf Tische und Stühle stieg, um sie zu sehen. Douglas Hamilton vergaß sich so weit, die Tochter eines Akziskommissärs mit seiner Hand zu beglücken. Von einigen Ladies habe ich mir gar sagen lassen, daß sie mit Kutschern, Schreibern, Schmugglerkapitänen ...