Und mir sprechen Sie jedes Verdienst ab?

Lord Hamilton

Ich kann nicht leugnen, daß Ihnen eine ... wie soll ich mich nur ausdrücken? – eine seltsame Gewalttätigkeit eigen ist.

Emma Lyon

Gut. Ich akzeptiere das Kompliment.

Lord Hamilton

Nichtsdestoweniger befinden Sie sich mit Ihrer Vermutung, was meinen Seelenzustand betrifft, auf dem Holzweg. Ich will es wenigstens hoffen.

Emma Lyon

Sie kennen die menschliche Natur nicht so gut wie ich, Mylord. Ich will Ihnen sagen, was Ihnen bevorsteht, wenn Sie jetzt eigensinnig sind. Ich reise ab. Ihre Gedanken verursachen Ihnen ein unangenehmes Kribbeln, Sie sind unzufrieden mit sich, Sie haben keinen Appetit mehr, des Nachts flieht Sie der Schlaf, und plötzlich, Sie wissen selbst nicht wie, fassen Sie den Entschluß, mich aufzusuchen. Da erscheint eines Tages Lord Hamilton im Salon von Emma Lyon. Aber Emma Lyon wird durchaus nicht auf die Kniee fallen, so wie jetzt. Emma Lyon wird spöttisch lächeln; sie wird Seiner Herrlichkeit einen Stuhl bieten, sie wird mit Mister Jennings plaudern und wird die Albernheiten von Mister Davis entzückt anhören und wird Sir Roberts empfangen, und Mylord wird gehen, verdrießlich, aufgebracht, wütend gegen sich und mich, aber er wird wiederkommen, er wird Blumen bringen, er wird Geschenke bringen, all die Laffen und Schmeichler und Dandies werden ihm lästig sein, aber Emma Lyon wird sagen: Platz genug im Hause! Dort unter der Treppe ist für die Mißgelaunten Platz, und unterm Dachboden für die Hochmütigen, und im Keller für die Moralisten. Und mein kleiner Schoßhund wird kläffen, wenn Sie nahen, und diese weiße begehrliche Hand wird ihre Finger spreizen, – so, denn ich, Mylord, (sie erhebt sich) ich würde Sie zappeln lassen. Und davor möge Gott Sie bewahren.

Lord Hamilton