Er hörte ein Rauschen von Kleidern hinter sich und wandte sich um. Mely war es, die in der finsteren Küche stand und zu ihm hinblickte. Er sah nur einen dunklen Schatten, und auch sie gewahrte nur Umrisse. – ‚Warum bist du eigentlich herausgegangen? Ich konnte es nicht mehr aushalten und mußte dir folgen.‘ – ‚Nur an dich denk ich hier; drinnen bin ich gestört. Dich lieb ich, dich lieb ich.‘ – ‚Ich weiß, daß du mich liebst, und noch tausendmal mehr lieb ich dich: aber sagen kann ich es nicht.‘
So redeten sie zu einander, aber ohne Worte. Es war ein stummes Zwiegespräch in der Finsternis.
„Ich finde kein Licht,“ sagte endlich Mely leise und mühsam, als müsse dies Hinträumen nun beendet werden. „Ich möchte ein Glas, um Wasser zu trinken.“
„Kommen Sie, ich will Ihnen meine Kerze geben,“ versetzte Falk ebenfalls leise, wie wenn er ein Geheimnis verriete. Und Mely folgte ihm willig. Er zündete Licht an in seinem Zimmer und schloß dann die Thüre. Sie ließ es geschehen.
„Wann kommst du wieder, wann werden wir wieder allein sein?“ stammelte Falk, wie trunken von diesem Du.
„Nie mehr!“ erwiderte sie heftig.
Bestürzt und unwillig trat er zurück.
„Ach, es ist ja nicht möglich!“ stieß sie jammernd und leidenschaftlich hervor.
„Wenn du nicht kommst – – dann –!“ Er stand an der Thür und breitete die Arme aus, wie um zu verhüten, daß sie ging. In der Rechten hielt er das Licht. Wie groß sind seine Augen und wie leuchten sie, dachte Mely.
„Sehen Sie, Frau Bender hat mir heute Abend schon Vorwürfe gemacht, daß ich so lang allein bei Ihnen war. Ich kann ja nicht und darf es nicht!“