„Die Warnung eines solchen Freundes ist in der Prärie wertvoller als der Rat eines Menschen,“ murmelte der Trapper, langsam wieder auf das junge Paar zuschreitend. „Hört, Kinder!“ rief er, „wir sind hier in dieser Einöde nicht allein; außer uns treiben sich noch andere hier herum, wir müssen daher auf der Hut sein!“
„Sollte vielleicht einer von Ismaels Söhnen sich unterstehen, mir nahezukommen, so könnte seine Präriefahrt leicht ein vorzeitiges Ende nehmen,“ entgegnete der junge Bienenjäger, nach seiner Büchse greifend.
„Ismael Busch und seine ganze Familie schlafen fest in der Wagenburg,“ sagte Ellen schnell, „die beiden Wächter ausgenommen; die aber dürfen das Lager nicht verlassen.“
„Ich höre ein dumpfes Galoppieren in der Ferne!“ rief der Bienenjäger jetzt mit unterdrückter Stimme. „Aha, jetzt weiß ich's; es wird eine Büffelherde sein, hinter der ein Panther her ist!“
„Eure Ohren trügen Euch,“ nahm der Trapper das Wort, nachdem er mit gespanntester Aufmerksamkeit gelauscht hatte, „das sind keine Büffel, wohl aber Indianer. Sie kommen gerade auf uns zu und werden hier sein, ehe wir Deckung gefunden haben.“
„Komm Ellen,“ rief der junge Mann, hastig des Mädchens Hand ergreifend, „vielleicht erreichen wir noch das Lager Ismaels, deines Onkels!“
„Zu spät!“ sagte der Trapper, „zu spät! Ich sehe die Indianer schon; es ist eine Bande von Sioux, ich erkenne die Spitzbuben an der Art ihres Reitens!“
„Mögen's Sioux oder Teufel sein, sie sollen finden, daß wir Männer sind!“ rief der Bienenjäger, Ellen loslassend. „Ihr führt eine Büchse mit Euch, alter Freund, Ihr werdet sie auch in der Verteidigung eines wehrlosen Mädchens zu brauchen wissen.“
„Nieder, nieder ins Gras!“ flüsterte der Trapper, auf einen Fleck deutend, wo Gras und Kraut besonders hoch emporgewachsen waren. „Fliehen könnt Ihr nicht mehr, und zur Gegenwehr sind wir zu wenig. Nieder ins Gras, wenn des Mädchens und Euer Leben Euch lieb ist!“
Die jungen Leute folgten instinktiv seinem Wort und Beispiel, und kaum lagen die drei und auch der Hund im Grase versteckt, da sprengten auch schon die Indianer in aufgelöstem Schwarme heran und vorüber. Vorsichtig hob der Trapper nach einer Weile den Kopf und spähte ihnen nach, schnell aber duckte er sich wieder, denn die nächtlichen Reiter kehrten, nachdem sie augenscheinlich bis in die Nähe der Wagenburg gekommen waren, auf die Bodenerhebung, wo unsere Freunde versteckt lagen, zurück.