Bist du rein von Schuld an dem Tod der verstoßenen Gattinn,

Margareth?[6] Ward der edele Herr und Ritter von Meißau

Nicht in unwürdiger Haft von dir verbrannt in dem Schloßthurm?[7]

Nicht die Heldenschar, von dem Pettau’r,[8] niedrigen Herzens,

Angeschwärzt, jahrlang’ in schmählichen Banden gehalten —

Ihrer gewaltigen Vesten beraubt? Sieh’ dort auf dem Hügel

Drüben den Rabenstein: wie im Wind sich die dürren Gerippe

Dreh’n nun hin, nun her, und im Schwung lautächzen die Ketten!

Hu, aufsträubt sich mein Haar — und dennoch lieber gehenkt dort,

Als daß ich übte, wie du, an dem Merenberger[9] den Frevel!