Toledo, Pedro Alvarez de Toledo, Vice-König von Neapel, ein Sohn des zweiten Herzogs von Alba, bekam mit seiner Gemahlinn Maria Osorio Pimentel den Staat von Villafranca, und war der Schwieger des ersten Herzogs von Florenz, Cosmus von Medicis.
Vierter Gesang.
[30] Vers 43.
Alba (Ferdinand Alvarez von Toledo, Herzog von) war im J. 1508 geboren. Erst unter Carl V., dann unter Philipp II., seinem Sohn, war er stets ein siegreicher Feldherr ihrer Heere. In dem Kriege gegen die Niederländer hatte er nach seiner und seines Herrn Ueberzeugung, Rebellen bekämpft, und in solchen Kriegen hat man wohl sonst auch von ähnlichen, und noch größeren Grausamkeiten gehört; doch da dieser Krieg den Protestanten für einen Religionskrieg galt, und noch heut zu Tag dafür gegeben wird, so mußte er, besonders seit Schillers poetisch-entworfenem Bilde von ihm, als einer der grausamsten Wüthriche geschildert, erscheinen. Andere rühmen an ihm, nebst seinen großen Feldherrntalenten, seine unerschütterliche Treue, und dabei sein freies, offenes Benehmen gegen seinen Regenten, seinen Edelmuth und Weisheit. Indeß ist er von Härte und Grausamkeit nicht frei geblieben. Er starb im J. 1582 im 74sten Jahre seines Lebens.
[31] Vers 43.
Alarcon (Ferdinand d’Alarzon), einer der tapfersten spanischen Feldherrn Carls V. Nach dem Siege von Pavia (24. April 1525), wurde ihm die Bewachung des gefangenen Königs von Frankreich, Franz I., anvertraut, so wie zwei Jahre später, jene über den Papst, Clemens VII., der sich den Kaiserlichen ergeben hatte. (Jov. Hist. 34. cap. — Imhof. Geneal. 20. Fam. Hisp. p. 203.)
[32] Vers 45.
Garzia Lasso (Garzilaso de la Vega), im J. 1503 zu Toledo geboren, ein berühmter spanischer Dichter in der Gattung der Ekloge, Epistel, Oden, Lieder und Sonette. Er wohnte unter Carl V. den Feldzügen im Jahr 1529 gegen Solyman, und im J. 1535 gegen Tunis bei; in dem letzteren wurde er an dem Arm verwundet. Im folgenden Jahre zog er mit dem Kaiser gegen Marseille, als Befehlshaber eines Heertheils, und erhielt bei der Bestürmung eines Thurms die gefährliche Kopfwunde, an welcher er nach drei Wochen im 33. Jahre seines Alters starb. Sein Leichnam wurde in der Folge nach Toledo gebracht. (Jov. Elog.)
[33] Vers 97.
Constantin der Große (geb. im J. 274), erster christlicher Kaiser, soll vor der Entscheidungsschlacht an dem Ponte Milvio (h. z. T. Ponte Molle) bei Rom, gegen den Maxentius, am hellen Mittage, unterhalb der Sonne, ein flammendes Kreuz mit der Inschrift: „In hoc vinces,“ erblickt haben. (Eusebius in Vita Constantini M. et Hist.)