Ein Geistlicher läuft mitten im Weltsturm leicht in einen Freihafen ein, in die Kirche; die Kirchenmauer ist seine Schießhausmauer und Fortifikation; und dahinter sitzen gleichergestimmte und friedlichere Seelen beisammen als auf dem Marktplatz – kurz, ich ging in die Hofkirche. Inzwischen wurde ich in meiner Liederandacht ein wenig verrückt durch einen Heiducken, der einem wohlgekleideten, jungen Herrn mir gegenüber die Doppellorgnette von der Nase abriß, weil in Flätz sowie in Dresden 125 Am Ende muß man noch aus Angst und Not der wärmste Weltbürger werden, den ich kenne; so sehr schießen die Schiffe als Weberschiffchen hin und her und weben Weltteile und Inseln aneinander. Denn es falle heute das politische Wetterglas in Südamerika; so haben wir morgen in Europa Gewitter und Sturm. Gläser, die verkleinern und nähern, gegen den Hof verstoßen; ich hatte zwar selber eins aufgesetzt, aber es vergrößerte. Ich konnte mich unmöglich dahin bringen, die Brille abzunehmen, und ich werde hier, fürcht' ich, wieder als Starrkopf und Waghals aussehen; bloß dies hielt ich für schicklich, in einem fort mit ihr ins Gesangbuch zu blicken und nicht einmal, da der Hof einrauschte, aufzuschauen, um Winke zu geben, daß sie erhaben geschliffen. – Die Predigt übrigens war gut, wenn auch nicht immer fein bedacht für eine Hofkirche; denn sie mahnte von unzähligen Lastern ab, zu deren Widerspielen, den Tugenden, ein anderer Prediger zu leicht hätte ermahnen können! Unter dem ganzen Gottesdienste trachtete ich, wahre, tiefe Ehrerbietung 19 Leichter, hat man bemerkt, ersteigt man einen Berg, wenn man rückwärts hinaufgeht. Dies ließe sich vielleicht auch auf Staatshöhen anwenden, wenn man ihnen immer nur das Glied wiese, womit man sich darauf setzt, und das Gesicht gegen das Volk unten gerichtet hielte, indes man in einem fort sich entfernte und höbe. an den Tag zu legen, sowohl gegen Gott als gegen meinen erhabenen Landesherrn. Zur letzteren Ehrerbietung hatte ich noch meinen Privatgrund; ich wollte solche nämlich recht öffentlich und stark mit erhabenen Schriftpunzen auf meinem Gesicht ausprägen, um irgendeinen eingefleischten Schadenfroh am Hofe Lügen zu strafen, der etwa meine neuliche Widerlegung von Linguets Lob auf Nero und meine deutsche freie Satire auf diesen wahren Tyrannen selber, die ich ins Flätzische Wochenblatt eingeschickt, möchte zu einem heimlichen Charaktergemälde meines Fürsten umzudrehen beliebt haben. Leider kann man jetzt kaum auf den höllischen Teufel selber eine Stachelschrift abfassen, ohne daß irgendein menschlicher sie auf einen Engel appliziert.

Als endlich der Hof aus der Kirche in den 26 Wenige deutsche Gelehrte sind nicht originell, wenn man anders (wenigstens aller Länder Sprachgebrauch ist) jedem Originalität zusprechen darf, der bloß seine eignen Gedanken auftischt und keine fremden. Denn da zwischen ihrem Gedächtnis, wo das Gelesene oder Fremde wohnt, und zwischen Wagen stieg, hielt ich mich in solcher Entfernung, daß mein Gesicht unmöglich wäre zu sehen gewesen, falls ich etwa in der Nähe kein ehrerbietiges, sondern ein zu stolzes gezogen hätte. Gott weiß, wer mir allein jene tollkecken Phantasien und Gelüste eingeknetet hat, die vielleicht einem Helden Schabacker mehr anständen als einem Feldprediger unter ihm. Ich kann hier nicht umhin, eine der frechsten, euch, meinen Freunden, zu vertrauen, würfe sie auch anfangs ein zu grelles Licht auf mich. Es war bei meiner Ordination zum Feldprediger, als ich zum heiligen Abendmahle ging am ersten Ostertag. Während ich nun so dastand, weich bewegt vor dem Altargeländer mit der ganzen Männergemeinde – ja, ich vielleicht stärker gerührt, als einer darunter, weil ich als ein in den Krieg Ziehender ihrer Phantasie oder Erzeugungskraft, wo das Geschriebene und Eigene entsteht, ein hinlänglicher Zwischenraum und die Grenzsteine so gewissenhaft und fest gesetzet sind, daß nichts Fremde ins Eigne und umgekehrt herüber kann, so daß sie wirklich hundert Werke lesen können, ohne den Erdgeschmack mich ja halb als einen Sterbenden betrachten durfte, der nun wie ein zu Henkender die letzte Seelenmahlzeit empfängt – so warf in mir, mitten in die Rührung von Orgel und Sang, etwas – sei es nun der erste Osterfeiertag gewesen, der mich auf das sogenannte alte christliche Ostergelächter brachte, oder der bloße Abstich teuflischer Lagen gegen die gerührtesten – kurz, etwas in mir (weswegen ich seitdem jeden Einfältigeren in Schutz nehme, der sonst dergleichen dem Teufel anschrieb!) – dies Etwas warf die Frage in mir auf: »gäb' es denn etwas Höllischeres, als wenn du mitten im Empfange des heiligen Abendmahls verrucht und spöttisch zu lachen anfingest?« Sogleich rang ich mich mit diesem Höllenhund von Einfall herum – versäumte die stärksten Rührungen, des eignen einzubüßen oder dasselbe sonst zu ändern: so ist, glaub' ich, ihre Eigenheit bewährt; und ihre geistigen Nahrungsmittel, ihre Plinsen, Laibe, Krapfen, Kaviare und Suppenkugeln werden nicht, wie nach Büffon die körperlichen, zu organischen Kügelchen der Erzeugung, sondern erscheinen rein um nur den Hund im Gesichte zu behalten, und abzutreiben – kam aber von ihm abgemattet und begleitet vor dem Altarschemel mit der jammervollen Gewißheit an, daß ich nun in kurzem ohne weiteres zu lachen anfangen würde, ich möchte innen weinen und stöhnen, wie ich wollte. Als daher ich und ein sehr würdiger alter Bürgermeister uns miteinander vor dem langen Geistlichen verbeugten und letzterer mir (vielleicht kam er mir auf dem niedrigen Kniepolster zu lang vor) die Oblate in den klemmen Mund steckte: so spürt' ich schon, daß an den Mundwinkeln alle Lachmuskeln sardonisch zu ziehen anfingen, die auch nicht lange an der unschuldigen Gesichtshaut arbeiteten, als schon ein wirkliches Lächeln darauf erschien – und als wir uns gar zum zweiten Male verneigten, so grinste und unverändert wieder. Oft denk' ich mir solche Gelehrte als lebendige, aber tausendmal künstlichere Entriche von Vaukansons Kunstente aus Holz. Denn in der Tat sind sie nicht weniger künstlich zusammengefugt als diese, welche frißt und den Fraß hinten wiederzugeben scheint – zarte Nachspiele ich wie ein Affe. Mein Nebenmann, der Bürgermeister, redete ganz mit Recht, als wir hinter den Altar umgingen, mich leise an: »Um Gottes willen, sind Sie ein ordinierter Prediger oder ein Pritschenmeister? – Lacht denn der lebendige Gottseibeiuns aus Ihnen?« – »Ach, Gott! wer denn sonst?« sagt' ich; erst nachher bracht' ich meine Andacht ernsthafter zu Ende.

Aus der Kirche – (ich komme wieder in die Flätzer) – ging ich in den Gasthof zum Tiger und aß an der Wirtstafel, weil ich nie menschenscheu bin. Vor dem zweiten Gerichte reichte mir der Kellner einen leeren Teller, worauf ich zu meinem Erstaunen einen französischen Vers mit der Gabel eingekratzt erblickte, der nichts Geringeres enthielt als ein Pasquill auf den Kommandanten von der Ente, welche unter dem Schein, die Kost in Blut und Saft verwandelt zu haben, bloß einen, vom Künstler im Hinterleibe trefflich vorgerüsteten Auswurf, der mit Speise und Verdauung gar nicht zusammenhängt, illusorisch in die Welt setzt und drückt. Flätz. Ohne Umstände bot ich den Teller der Tischgesellschaft hin und sagte, ich hätte das pasquillantische Geschirr, wie sie sähen, eben bekommen, und bäte sie zu bezeugen, daß der Handel mich nichts angehe. Ein Offizier wechselte sogleich mit mir Teller. Bei dem fünften Gericht durft' ich mich über die chemisch-medizinischen Unkenntnisse der Tischgesellschaft verwundern, indem ein Hase, aus welchem ein Herr mehrere Schrotkörner, das heißt also ein mit Arsenik versetztes und durch den warmen Essig nun aufgelöstes Blei, öffentlich herausgezogen und vorgezeigt hatte, von den Zuschauern (mich ausgenommen) lustig fortgespeist wurde.

Unter den Tischgesprächen faßte mich eins gewaltig bei meiner schwachen Seite, bei meiner Ehre. Es wurde nämlich der Gerichtsgebrauch der Residenz erzählt, daß ein unzüchtiges Mädchen jeden, wen eine Dirne dazu wähle, in den Vater ihres Wurms verkehren 15 Nach Ähnlichkeit der schön polierten englischen Einlegmesser gibt's auch Einlegkriegsschwerter, oder – mit andern Worten – Friedensschlüsse. könne bloß durch ihr Eidwort. »Schrecklich!« sagt' ich, und mir stand das Haar zu Berg. – »Auf diese Weise kann sich ja der erste beste Hausvater mit Frau und Kindern, oder ein Geistlicher, der im Tiger logiert, von der ersten schlimmsten Aufwärterin, die er oder die ihn leider abends zufällig kennen lernen, um Ehre und Unschuld gebracht sehen?« Ein ältlicher Offizier fragte: »Soll denn aber das Mädchen sich lieber zum Teufel schwören?« Welche Logik! – »Oder gesetzt,« fuhr ich ohne Antwort fort, »ein Mann reist mit jenem Wiener Schlossergesellen, der nachher Mutter wurde und mit einem Söhnchen niederkam, oder mit irgendeinem verkleideten Ritter d'Eon, mit dem er häufig übernachtet; und der Schlossergeselle oder der Ritter dürfen dann ihre Beilager beeidigen: so kann ja kein zarter Mann zuletzt mehr mit einem anderen reiten und fahren, weil er nicht weiß, wann dieser die Stiefel auszieht und die Weiberschuhe an, und ihn dann zum Vater schwört und sich zum Teufel?«

Aber einige von der Tischgesellschaft vergriffen sich in meinem Kanzelfeuer so sehr, daß sie schafsmäßig zu glauben andeuteten: ich selber sei in diesem Punkt nicht richtig, sondern lax. Beim Himmel! ich wußte da nicht mehr, was ich fraß und sprach. Zum Glücke wurde mir gegenüber eben die Lüge irgendeiner französischen Niederlage ausgesagt; da ich nun an den Straßenecken die französische und deutsche Proklamation angesehen, welche jeden, der Kriegsberichte – nämlich nachteilige – anhört, ohne sie anzuzeigen, vor das Kriegsgericht bestellt: so konnt' ich als ein Mann, der sich nie gern vergessen will, wohl nichts Klügeres tun, als davongehen mit leeren Ohren und nur dem Wirte rapportieren warum.

Es war keine unrechte Zeit, denn absichtlich um viereinhalb Uhr wollt' ich mir den Bart scheren lassen, um gegen fünf so recht mit einem vom Balbiermesserglättzahn geleckten Kinn, wie glattes Velinpapier, ohne Wurzelstöcke vom Kinnhaare (Barthaare ist Pleonasmus) auf- und vorzutreten. Vorher goß ich, wie Pitt vor Parlamentssitzungen, verdammt viel Pontak mit wahrem Ekel in meinen Magen hinunter gegen jede Heillehre und Sperrordnung desselben, nicht sowohl um den leichten, fremden Bartputzer zu bestehen, als den Ministergeneral Schabacker, mit welchem ich eines und das andere Feuerwort zu wechseln vorhatte.

Es kam der gewöhnliche Fremdenbalbier des Hotels, hatte aber sogleich in seinem viellinigen ausgezackten Gesichte mehr von einem endlich toll werdenden, als von einem weiser werdenden Manne an sich. Tolle nun hass' ich unglaublich und bin daher in kein Tollhaus zu bringen, weil da der erste beste Wütige mich mit Riesenfäusten erschnappt, wenn er mag, und weil ich überhaupt der Ansteckung wegen nicht weiß, ob ich wieder mit dem Verstande herauskomme, den ich hineintrage. – Gewöhnlich sitz' ich (bin ich eingeseift) dergestalt auf dem Stuhle, daß ich, beide Hände (den Blick spann' ich scharf gegen das balbierende Gesicht) auf den Schenkeln, dem Zwerchfell des Balbiers gegenüber schlagfertig liegen habe, um ihn bei der kleinsten zweideutigen Bewegung wie wütig umzustoßen.

Ich weiß kaum recht, wie es zuging, aber indes ich mich ins närrisch-gewundene Gesicht des Bartputzers vertiefe und da er eben das lang' gewetzte Schlachtmesser etwas vorschnell gegen meine entblößte Gurgel führte: so gab ich dem Feld- und Bartscherer einen so plötzlichen Stoß auf den Nabel, daß der Mann sich im Fallen bald selber selbstmörderisch die Gurgel abgeschnitten hätte. Mir blieb freilich nichts davon als Gutmachungen und eine gegen meine sonstigen Grundsätze umgebundene geschwollene Kravatte als Deckmantel dessen, was unbeschoren geblieben.

Jetzt brach ich denn endlich zum General auf und trank die Pontaksreste noch unter der Schwelle aus. Ich hoffe, in mir lagen Pläne fertig, richtig zu antworten, ja zu fragen. Das Bittschreiben hatt' ich in der Tasche und in der rechten Hand. In der linken hatt' ich dessen Duplikat. Mein Feuer half mir leicht über alle ministeriellen lebendigen Zäune hinüber, und ich befand bald mich unverhofft im Vorzimmer unter seinen vornehmsten Lakaien, die, soviel ich merkte, nichts verpassen sollten. Ich überreichte dem Ansehnlichsten meine papierne Bitte mit der mündlichen, sie seinerseits zu überreichen. Er nahm sie, aber unverbindlich. Ich wartete tief in die Stunde sechs Uhr hinein vergeblich, worin allein dem frohen Generale manches vorzutragen ist. Endlich erseh' ich einen Stief- oder Duzbruder des vorigen Lakaien und wiederhole mein Gesuch; dieser rennt umsonst umher, um Bruder oder Schreiben zu suchen – nichts war zu finden: – wie glücklich war ich, daß ich das Duplikat der Bittschrift mitten im Pontak vor dem Rasieren mir wieder abgeschrieben, und also – bloß aus dem Grundsatz, daß man immer ein zweites hölzernes Bein im Mantelsack eingepackt haben müsse, wenn man ein erstes am Leibe habe – und aus der Furcht, daß, wenn mir das Urschreiben auf dem Wege 13 Omnibus una salus sanctis, sed gloria dispar; das heißt – schreiben sonst die Gottesgelehrten – nach Paulus haben wir im Himmel alle dieselbe Seligkeit, aber verschiedene Ruhmstufen. Schon auf der Erde finden wir im Himmel der Schriftstellerwelt vom Tiger zu Schabacker verloren ginge, meine ganze Reise und Hoffnung zu Wasser müßte werden – dies, sag' ich, war gut, daß ich das Repetierwerk des Urschreibens eingesteckt hatte, und folglich in jedem Falle etwas, und zwar ein detto, einzuhändigen vermochte. Ich händigte dasselbe ein.

Leider nur war schon sechs Uhr vorbei. Der Lakei aber blieb nicht lange aus, sondern brachte mir bald – ich möchte sagen den Predigttext dieses Zirkelbriefes – die fast rohe Antwort (die ihr, Freunde, aber aus Achtung für mich und Schabacker geheim zu halten habt): falls ich der Attila Schmelzle beim Schabackerschen Regiment wäre, so möcht' ich mich nur mit meinem Hasenpanier wieder zum Teufel scheren, wie ich bei Pimpelstadt getan. Ein anderer wäre auf dem Platze geblieben; ich aber ging ganz derb davon und ein Vorbild davon. Nämlich die Seligkeit der von der Kritik seliggesprochenen Autoren der genialen, der guten, der mittelmäßigen, der geistesarmen, ist bei allen die nämliche, sie machen sämtlich im ganzen fast einerlei Kameralglück, denselben versetzte dem Kerl: »Ich schere mich auch willig zum Teufel, und schere mich den Teufel darum.« Unterwegs untersucht' ich mich selber, ob nicht etwa der Pontak aus mir gesprochen – wiewohl schon die Untersuchung widerspricht, da kein Pontak untersucht; – aber ich fand, daß nur ich, mein Herz, vielleicht mein Mut etwas gesprochen: und wozu denn überhaupt Kleinmut, da das Vermögen meiner guten Frau mich ja besser besoldet als zehn katechetische Professuren, und da sie alle Ecken meines Buches des Lebens mit so viel goldenen Beschlägen versieht, daß ich es, ohne es abzunützen, immer aufschlagen kann? – Schwangere mögen bei Schrecken an den Hintern greifen, um das Muttermal des Versehens dorthin zu verstecken; ich griff bei dem Mute ans Herz und sagte: »Schlage dich nur tapfer durch, wer auch dabei geschlagen schwachen Profit. Aber Himmel, was hingegen Nachruhmsstaffeln anlangt, wie tief wird nicht – ungeachtet des nämlichen Honorars und Absatzes – schon bei Lebzeiten ein sogenannter Duns unter ein Genie hinabgestellt! – Wird nicht oft ein werde!« Ich fühlte mich ganz erhoben und erhitzt – ich dachte mir Republiken, wo ich als Held nach Hause kommen könnte – ich sehnte mich in jene heroischen Griechenzeiten hinein, wo ein Held vom andern Prügel gern einsteckte und sagte: schlage nur, aber höre mich! und aus unseren feigen heraus, wo man kaum Schimpfworte aushält, geschweige mehr – ich malte mir es aus, wie ich mich fühlen würde, wenn ich in glücklichere Umgebungen Afterthronen umwürfe und vor ganzen Völkern auf Großtaten wie auf Tempelstufen unsterblich aufstiege und in gigantischen Zeiten ganz andere und größere Männer zu übermannen und zu übertreffen fände als jetzt den Milbenpöbel um mich her und höchstens den einen und den anderen Vulcanello. Ich dachte – und machte mich immer wilder und ich selber berauschte mich geistesarmer Autor in einer Messe vergessen, indes ein geistreicher oder gar ein genialer durch fünfzig Messen durchblüht und so erst sein 25 jähriges Jubiläum feiert, bevor er spät vergessen untergeht und im deutschen Ruhmtempel eingesenkt wird, der (also kein Pontaksrausch, der bekanntlich mehr durch als ohne Trinken wächst), und gestikulierte öffentlich – als ich mich fragte: »Willst du ein bloßer Staatsschoßhund werden – ein Hunds-Hund – ein pium desiderium eines impii desiderii – ein Ex-Ex – ein Nichts-Nichts? – – O Sackerment!« Darüber stieß ich mir aber meinen Hut in den Marktkot. Da ich ihn aufhob und säuberte, sah ich überall, wie verschossen er war, und entschloß mich sogleich, einen neuen zu kaufen und anfangs selber zu tragen in der Hand.