Sisi und ich kamen zuletzt. Einen Steinwurf vor uns gingen die andern, Sisi’s Eltern und mein Vater. Sie diskutierten über landwirtschaftliche Fragen, über den Stand der Saaten und die Geldaussichten des Jahres.

Wir blickten weiter, viel weiter in die Zukunft. Die schien uns schön, wie der Abend, wie unsere Jugend.

Ich nahm Sisi leise bei der Hand und schritt mit ihr glücklich durch die schöne Frühlingsnacht.

Beim alten Birnbaum vor dem Dorfe zog ich sie fest an mich und gab ihr einen Kuß, einen langen Kuß....

Es war unser erster Kuß.

Die Bäume dufteten. Ein frischer Wind strich leise durch die Kronen und schüttelte Blüten auf uns. Weiße Blüten.

Damals hatte ich Sisi ein silbernes Herzchen versprochen.

Am folgenden Sonntag war ich nach Mersch gefahren. Irgend einen Grund hatte ich meinen Eltern angegeben. Und ich kaufte ein silbernes Herzchen mit einer silbernen Kette. Fünf Franken und acht Sous hatte es mich gekostet, fast den ganzen Bestand meiner Barschaft.

Um Abend, vor der Andacht, suchte ich Sisi auf. Ich traf sie im Stalle, ganz allein. Schüchtern legte ich ihr das dünne Kettchen mit dem silbernen Herzchen um den Hals. Hastig, aufgeregt, fürchtend, es könnte jemand uns sehen.