Ada sprach kein Wort und entfernte sich, um meinem Befehl nachzukommen.
Ungefähr zwei Stunden später bemerkte ich eine ungewöhnliche Bewegung vor meinem Hause. Jan und die Kinder, mit einem Wort, alle, die Frauen nicht ausgenommen, hatten sich versammelt und standen entblößten Hauptes, schweigend und ängstlich auf meine Tür blickend. Ada trat aus ihrer Gruppe heraus und blieb auf meiner Schwelle stehen. Sie war in feierlicher Kleidung: einen Kranz in den Haaren, von dem Halse bis zu den Hüften herab hingen Schnüre von blutigrotem Bernstein und blaue Perlen; in der Hand hielt sie einen Stab, aus den Wirbeln eines Hundes, die geglättet auf einen langen Kupferdraht gesteckt waren.
— Alter Mensch, wir wollen zu dir sprechen!
Eine unbeschreibliche Wut erfaßte mich. Ich wollte die an der Wand hängende Riemenpeitsche ergreifen und diese Horde, die mit einem solchem Pomp zu mir gekommen, auseinandertreiben; aber dann taten sie mir wieder leid. Was können sie dafür.
Ich hielt mich zurück und trat vor das Haus, in der Absicht, noch einmal den Versuch zu machen, ihnen vernünftig zuzureden. Der wilde Lärm des Beipflichtens, der sich nach Adas Ansprache erhoben hatte, verstummte sofort, als ich auf der Schwelle erschien. Man hörte in der Stille nur noch den jüngsten Enkel Jans leise weinen und das erstickte Flüstern der Mutter: Still, still, der Alte Mensch wird unwillig ...
Da überkam mich das Gefühl eines grenzenlosen Mitleids.
— Was wollt ihr von mir? sagte ich, Ada zur Seite schiebend.
Jetzt trat Jan vor. Er schaute mir eine Zeitlang mit dem Blick eines ratlosen, verängstigten Zwerges in die Augen und sagte schließlich, nachdem er sich umgesehen, um aus den Mienen der Kameraden Mut zu schöpfen:
— Wir wollten dich bitten, Alter Mensch, daß du noch nicht von uns fortgehen möchtest.
— Ja, ja, gehe noch nicht von uns! wiederholten flehend über dreißig Personen.