— Inwiefern? rief ich, ohne zu begreifen, um was es sich eigentlich handelte.

— Wir sind nicht auf den Sinus Medii gefallen.

— Wo sind wir also?

— Unter dem Eratosthenes, auf der Einsattelung, die diesen Krater mit dem Mond-Apennin verbindet.

Mir wurde schwarz vor den Augen. Ich wußte aus den auf der Erde gemachten photographischen Aufnahmen der Mondoberfläche, daß der Grat, auf dem wir uns demnach befanden, fast senkrecht gegen die nach Westen zu gelegene mächtige Fläche des Mare Imbrium abfällt.

— Wie kommen wir hier herunter? rief ich entsetzt.

— Ruhig. Gott allein weiß es. Es ist meine Schuld. Wir sind auf dem Sinus Aestuum. Sieh ...

Er schob mir eine Karte und einige Blätter zu, die mit Reihen von Ziffern beschrieben waren.

— Irrst du dich nicht etwa? frug ich, einer letzten Hoffnung Raum gebend.

— Diesmal irre ich mich sicher nicht, leider! Auch die anderen Messungen waren ganz genau, ich vergaß nur, daß sich damals die Erde nicht im Zenite über dem Mittelpunkt der Mondscheibe befinden konnte. Du weißt doch, daß der Mond während der Drehung um die Achse kleinen Schwankungen, den sogenannten Librationen unterliegt, wodurch die Erde nicht gänzlich unbeweglich am Himmel erscheint, sondern eine kleine Ellipse umschreibt. Ich habe nun vergessen, aus dieser ihrer Neigung vom Zenit die Verbesserungen vorzunehmen und infolgedessen ihrer Lage nach die Mondlänge und -breite des Punktes, auf dem ich die Messungen machte, falsch bezeichnet. Jetzt können wir das alle mit dem Leben bezahlen!