Am See von Colombo.

Teufelstänzer in Colombo.

Bevor wir uns wieder zum Hafen zurückbegaben, berührten wir noch einmal die Stadt und machten dort Einkäufe. Diese Gelegenheit gab uns einen ungefähren Begriff von der großen wirtschaftlichen Produktivität Ceylons. Was war da nicht alles zu sehen! Von den Edelsteinen werden Rubine, Saphire, Topase etc. hier gewonnen; auch Bergkrystalle, wasserhelle und rosenrote, Granaten, rote und braune, finden sich hier. Dazu gesellen sich verschiedene Metalle wie Eisen, Zinn, Nickel, Arsenik, Gold (zwar in geringer Menge) u. s. w. Ferner ist Colombo ein Hauptstapelplatz für Hölzer, die nicht nur für den Bau von Häusern und Schiffen, sondern auch, namentlich in ihren zarteren Arten, für feinere Tischler- und Schnitzerarbeit sehr gesucht sind. Der Reichtum der Insel an Gewürz, namentlich an Pfeffer und Zimmt, ist von altersher bekannt. Sodann gehören der berühmte Ceylontee, Kaffeebohnen, Kokosöl und aus den Fasern von Palmen gewonnenes Tauwerk zu den wichtigsten Ausfuhrartikeln; auch kunstvolle Schnitzereien aus Elfenbein und Ebenholz, von denen wir einige Stücke einkauften, findet man. Alle diese Waren sahen wir in Hülle und Fülle in den vielen Läden aufgespeichert. Da sich indessen unter den wertvollen Sachen, insbesondere unter den Edelsteinen, viele Fälschungen befinden, so muß der Käufer sehr auf der Hut sein; auch tut er gut, von vornherein mit einem hohen Aufschlag zu rechnen und die unangenehme Kunst des Handelns tüchtig in Anwendung zu bringen.

Tamule.

Das Straßenbild in Colombo ist äußerst bunt; da sieht man die Bonzen in ihrem gelben Gewande, die Araber und Türken mit roter Kopfbedeckung, die Eingeborenen, halbnackt, ein rotes, weißes oder anderes farbiges Tuch um ihre Lenden gewickelt; dazu kommen noch die elegant angekleideten Engländer, die Nachkommen der Holländer, der Portugiesen u. s. w. – Von den verschiedenen Klassen der Bevölkerung sind die Singhalesen hauptsächlich Handwerker und Bediente, die Parsen fast ohne Ausnahme Kaufleute, die Mohren Kleinhändler, die Malayen Soldaten, die Tamulen Feld- und Gartenarbeiter. – Ebenso mannigfaltig wie die Bevölkerung ist auch die Verschiedenartigkeit der Mundarten; doch sind Singhalesisch und Tamulisch die beiden herrschenden Sprachen. Holländisch ist schon ganz ausgestorben, Englisch aber nimmt immer mehr zu und wird als Umgangssprache von den meisten gebraucht und verstanden.