Im Jahre 1645 ist ein Soldat von der schwedischen Besatzung zu Chemnitz nach Zwickau gekommen, hat aber bald darauf seine Frau und Kinder wieder böslich verlassen und ist wieder zu den Schweden gelaufen. Als nun dessen Weib in höchster Armut lebte und sich sehr bekümmerte, wie sie sich und ihre Kinder nähren solle, ist der Teufel etlichemale zu ihr gekommen, hat ihr ein Säcklein mit Geld vorgehalten und gesagt, wenn sie sich ihm ergeben wolle, werde er ihr dieses geben, und so dies verzehrt, noch mehr bringen. Die Frau hat sich aber des allezeit durch's Gebet erwehrt und es endlich so weit gebracht, daß er sie ganz in Frieden gelassen.

241. Die vom Teufel besessene Frau zu Freiberg.

(Moller, Theatr. Freiberg. S. 425 etc. Gräße, Sagenschatz d. K. Sachsen, No. 284.)

Im Jahre 1600 ist Anna Stephan Fiedlerin zu Freiberg eines Kindes genesen, und als ihr Mann bei ihr am Bette gesessen und der Gevatterschaft halber sich mit ihr unterredet, ist dieser plötzlich krank geworden, worüber sie sich dermaßen entsetzt, daß ihr Blut über sich gestiegen und ihr Schmerzen über Schmerzen zugezogen. Von da an hat sie immer abscheuliche Convulsionen und Gesichte gehabt, ist ihr auch der Teufel mehrmals, das eine Mal in Gestalt der Hebamme erschienen und hat sein Spiel mit ihr getrieben. So hat er sie einmal aus dem Bette gerissen und oben auf die Dachrinne zwischen ihrem und ihres Nachbars Hause gesetzt, ein anderes Mal hat man sie um drei Uhr des Morgens auf dem Ofen, ein andermal vor dem Fenster auf einem Stein gefunden, endlich ist sie einmal in Gegenwart zweier Zeugen im Bette mit dem ganzen Leibe, Händen und Füßen aufgehoben worden, und ohne daß sie irgendwo angestoßen, hat sie so frei geschwebt, also daß man geglaubt, sie wolle zum Fenster hinaussehen etc.; in der Kirche ist der Teufel wie eine Katze oder Hund ihr um die Beine gekrochen, dann hat sie aber zum öftern einen weißen hellen Glanz gesehen, der sie getröstet und in die Zukunft hat sehen lassen, worauf sie vielerlei wunderbare Sachen, unter andern die Drangsale Freibergs im 30jährigen Kriege, prophezeit hat. Endlich, nachdem weder Beschwörungen noch Zureden und Ermahnungen der Geistlichkeit, noch Arzneimittel geholfen, sondern ihr Zustand an die 20 Jahre angedauert, also daß sie zuletzt drei ganze Jahre verschlossenen Leibes gewesen, ist sie den 10. Oktober 1620 selig verstorben.

242. Der Teufel verführt eine Magd zu Zelle.

(Gräße, Sagenschatz d. K. S., No. 363.)

Im Kloster Zelle befand sich im Jahre 1630 eine Magd, welche dem abergläubischen Brauche nach in der heiligen Christnacht hinterrücks durch die Stubenthüre hinausgriff. Sie ist aber durch göttliches Verhängnis von einem höllischen Gespenst gar hinausgezogen und sehr übel traktiert worden, also daß sie ihr Lebtage hat hinsiechen müssen.

243. Der Teufel erscheint zu Freiberg einem Bergmanne.