Die letzte Bemerkung vom Eisen oder Stahl bezieht sich jedenfalls auf den bei deutschen und Slaven verbreiteten Glauben, daß man auf den durch glühende oder erloschene Kohlen oder Flämmchen angezeigten Schatz eiserne und stählerne Gegenstände, besonders Messer u. dgl., aber auch Geldstücke, selbst Brot oder ein auf bloßem Leibe getragenes Kleidungsstück werfen müsse, um beim Heben des Schatzes alle Gefahr von sich abzuwenden. (Jac. Grimm, Deutsche Mythologie, 1835, S. 544. Veckenstedt, Wendische Sagen etc., 1880, S. 356.)
334. Der Schatz im Kloster Grünhain.
(Gießler, Sächsische Volkssagen. Stolpen o. J. S. 453.)
In der Klosterkirche zu Grünhain liegt angeblich ein großer Schatz begraben. Im März des Jahres 1657 hat der Schäfer Eucharius Bömely zu Grünhain einen Bergmann 6 Tage und Nächte darnach graben lassen, aber als derselbe in der letzten Mitternacht gehoben werden sollte, so bewegte der Bergmann mit der Keilhaue eine Wand, ließ sie jedoch der Schwere wegen wieder gehen, worauf die Wand eine Viertelelle tiefer sank und mit ihr der vermeinte Schatz. Man ließ sofort einen gewissen Rutengänger Tippmann kommen, der das Vorhandensein des Schatzes mit der Rute feststellte, doch brachte man nichts zustande, da der Schatz unter großem Geräusche immer weiter vorrückte. Es ist ein »großer, reicher Schatz gewesen, so einst der Abt zu Ebersbach in Franken Siegmund Siegeln anvertraut, aber wohl sehr flüchtig und schwer zu erlangen und darum ist es auch mißlungen«, erläutert die Chronik.
335. Der Alpstein zwischen Müdisdorf und Helbigsdorf.
(Nach Mitteilung des Ratsaktuars Fr. Köhler in Sayda.)
Ungefähr in der Mitte zwischen Müdisdorf und Helbigsdorf erhebt sich in der Flur des letzteren Ortes auf dem höchsten Punkte des dasigen Geländes ein Gneiskegel, der »Alpstein« genannt. Vor einigen Jahren ist derselbe zum Teil abgetragen und beim Bau einer Scheune verwendet worden. Von diesem Alpstein erzählt die Sage, daß sich daselbst zu Zeiten ein Hund mit feurigen Augen, sowie ein schwarzes Männchen habe sehen lassen. Wer diesen Erscheinungen folge, der würde nach der Stelle geführt werden, wo bei dem Steine ein Schatz vergraben liege. Selten aber wird jemand zur Nachtzeit an dem Steine vorübergegangen sein.
336. Die goldene Kette vom weißen Fels im Hartensteiner Walde.
(Mündlich.)