(Chronica der Bergstadt St. Annaberg. I. 1746. S. 5.)

Es wird erzählt, auf dem Pöhlberge solle ein Wunderbrunnen sein, den aber nicht jedermann finden und sehen könne, der bald da wäre, bald aber wieder verschwinde, und säße eine Jungfer dabei.

Dr. Ewald Dietrich führt in den romantischen Sagen des Erzgebirges I. Bd. No. 1 die obige Sage unter der Überschrift: »Die Jungfrau des Bielberges« noch weiter aus. Diese novellistische Bearbeitung trägt aber ganz unverkennbar das Gepräge des Selbsterfundenen und Gemachten, so daß Abstand genommen wurde, sie hier, wenn auch nur in gekürzter Form, wieder zu geben, obschon dies Gräße in seinem Sagenschatze gethan hat. Siehe auch No. 46.

376. Von den wunderbaren Eigenschaften des Zöblitzer Serpentins.

(Steinbach, Historie des Städtchens Zöblitz, 1750, S. 28; Lehmann, Schauplatz etc., S. 451.)

Man war ehemals der Meinung, daß der Serpentin ein gutes Gegengift sei, da man in den Serpentinsteinbrüchen von Zöblitz niemals eine Otter, Kröte, einen Molch oder dergleichen giftiges Tier gesehen habe. Daher wurden aus dem Steine Pflaster und Pillen, sowie eine vortreffliche Tinktur gemacht; das Pflaster gebrauchte man gegen Kopfschmerzen, Reißen und Gicht, die Pillen gegen Schwachheit des Magens und die Tinktur gegen Gift und »alle anfälligen Krankheiten.« Ein alter Reim zählt auf, gegen welche Krankheiten sich der Stein als nützlich erwiesen habe:

»Vor Leibes-Grimmen, Colica,
Vor Miltz, Gedarm oder Magen, da
Manches sich überspeiset hat,
Bringt seine Wärme guten Rath,
Wenn er auf'n Bauch geleget wird.
Und wo der Blasen-Stein sich rührt,
Hilft seine Wärme trefflich wohl,
Den man was tiefer legen soll.
An Händ und Füß das Zipperlein
Der warme Stein auch lindert fein.
Denen Kindes-Gebährerinn
Nimmt seine Wärm die Wehen hin.
In Schwindsucht macht er Kranke ruhn,
Wenn Lung und Leber wehe thun. etc.«

377. Die alte Linde auf dem Gottesacker zu Annaberg.

(Richter, Chronica der freyen Bergstadt St. Annaberg, 1746, S. 248.)