408. Frevelhafte Worte beim Bergwerk werden bestraft.

(Meltzer, Hist. Schneeberg., S. 918.)

Als Paul Gramman, insgemein der Hosenschneider genannt, im Anfang des Schneebergs eine Zeche am Wolfsberge, die der grüne Schild geheißen, fast allein zu eigen gehabt und einen Stollen hineingetrieben, hat er ein köstliches Erz angetroffen, da er aber einstmals hinter dem Steiger gestanden und zugesehen, wie derselbe das schönste Glaserz losgebrochen, ist einer seiner guten Freunde vor den Ort gekommen und hat ihm nach bergmännischem Gebrauch ein Glückauf gewünscht. Der Hosenschneider aber hat freventlich und übermütig darauf geantwortet: »Was bedürfen wir dieses Glückwünschens? Siehe, wir haben ja das Glück in Händen und vor Augen!« Darauf aber soll sich alsbald das Erz im Anbruch dermaßen abgeschnitten haben, daß man nicht gewußt, wie es verschwunden ist. Es ist auch ferner sowohl an diesem Orte, als auch am ganzen Wolfsberge wenig mehr ausgerichtet worden.

409. In Chemnitz wird ein gottloser Spötter bestraft.

(Richter, Chronica von Chemnitz, I. 1767, S. 72.)

In einem Gange des ehemaligen Benedictiner-Klosters zu Chemnitz befand sich ein hölzernes Christusbild mit einem krummen oder schiefen Munde. Da nun die Hussiten in das Kloster einfielen und alles darin verwüsteten, soll einer von ihnen das Bild verspottet haben. Von Stund an aber hatte derselbe ein offenstehendes Maul und ist stumm geworden.

410. Der heillose Bäcker in Freiberg.

(Ziehnert, Sachsens Volkssagen. Pros. Anhang, No. 9.)

Im Jahre 1471 wohnte in Freiberg auf der Burggasse, dem Oberkloster gegenüber, ein Bäcker, namens Werner Kühn, ein gottloser Mann, der an Fluchen und Lästern sein Vergnügen fand. Derselbe brachte seine Mitbürger in großes Unglück.

Als er eines Morgens (am 24. Juli) seinen Backofen heizte, wollte das feuchte Holz nicht sogleich brennen, so daß der gottlose Mann wütend darüber wurde und rief: »Ha, du verfluchtes Feuer, so brenne doch in aller Teufels Namen!« Das war ein heilloser Fluch und Gott ließ ihn in Erfüllung gehen. Das Feuer schlug alsbald zum Ofen heraus und in wenig Augenblicken stand das ganze Haus in Flammen. Nach drei Stunden lag Freiberg in Trümmer und Asche. Nur die alte Frauenkirche, die meißnische Gasse und die halbe Sächsstadt blieben stehen.