(Lehmann a. a. O. S. 942.)
Auf dem herrschaftlichen Hofe zu Venusberg bei Thum kennt man eine weiße Frau von langen Jahren her, ohne daß jemand wissen will, wer sie gewesen. So oft bei der Herrschaft oder ihrer Familie und nächsten Anverwandten ein Todesfall sich ereignen soll, lässet sie sich eine gute Zeit zuvor von vielen öffentlich sehen, und zwar, wenn ein Todesfall im Hause geschehen soll, gehet sie aus selbigem heraus, die Treppen hinunter, über den Hof hinab bis zu demjenigen Thor, durch welches die Leiche hinausgetragen werden soll. Ist aber der Todesfall außerhalb des Hauses unter den nächsten Anverwandten zu vermuten, so läßt sie sich nur bald hier, bald dort, auch wohl zu den Fenstern herab sehen. Es ist aber niemandem dadurch ein Leid oder eine Krankheit widerfahren, weil sie ohne Beleidigung ihr Wesen treibt.
35. Die weiße Frau in Schneeberg.
(Mündlich.)
In der Kosaken- und Webergasse zu Schneeberg hat sich des Nachts mehrere Male eine weiße Frau sehen lassen.
36. Die weiße Frau zwischen Wildenthal und Karlsfeld.
(Mitgeteilt vom Lehrer Thuß in Tellerhäuser.)
Auf dem Wege von Wildenthal nach Karlsfeld ist öfters des Nachts bei Mondenschein eine Frauengestalt in weißem Gewande erschienen. Dieselbe ging stets vor dem Wanderer her, ließ sich aber von demselben nicht erreichen, so sehr er auch seine Schritte beschleunigte.
37. Die weiße Frau am Brautstock in Altenberg.
(Bürgermeister Schönherr im Freiberger Anzeiger 1883, No. 181. 1. Beilage.)