Bei den Beschwerden und Gefährlichkeiten des Reisens in früheren Jahrhunderten war es Bedürfnis, daß die Reisenden vor einer Reise Gott um Schutz anflehten und nach derselben für seinen Schutz dankten. Diesem Bedürfnisse kam die Kirche dadurch entgegen, daß z. B. im Jahre 888 auf dem Konzil zu Mainz durch Erzbischof Liutbert dem Reisenden gestattet worden war, in Ermangelung einer Kapelle oder Kirche unter freiem Himmel an geweihten tragbaren Altären Messe halten zu lassen. Ein solcher Altar mochte auch da, wo jetzt Elterlein steht, durch das Cistercienserkloster Grünhain errichtet worden sein. Das Recht, derartige Altäre im Freien anzustellen, gehörte mit zu den besonderen Privilegien der Cistercienserklöster. (S. Joh. Poeschel a. a. O., S. 169.)

529. Ursprung des Namens Hermannsdorf bei Elterlein.

(Richter, Chronica von Annaberg, II, 1748, S. 31.)

Es soll in Hermannsdorf ehemals einer von Adel gewohnt haben, Hermann genannt, von dem habe das Dorf seinen Namen bekommen. Dessen drei hinterlassene Söhne aber, als Simon, Walther und Konrad, hätten die drei nahgelegenen Dörfer Sehma, Walthersdorf und Konradsdorf angebaut und bewohnt.

Um Hermannsdorf hat auch früher ein großer Buchenwald gestanden, also, daß die Annaberg'schen Bergleute, die solches Holz oft geholt, die Hermannsdörfer nur die »Hainbuchner Bauern« geheißen.

530. Ursprung des Namens Crandorf.

(Richter, a. a. O., II, 1748, S. 33.)

Einige Alten wollten wissen, daß der Anbau von Crandorf zur Zeit des Hussitenkrieges im 15. Jahrhundert seinen Anfang genommen habe, da einige von den Verfolgten aus Böhmen in die damals in dortiger Gegend ausgebreiteten Wälder geflohen seien. Sie hätten dann mit Holzschlagen und Kohlenbrennen ihre Nahrung gesucht. Weil nun in den Waldungen mancher »Kohl-Cram«, d. h. Häuschen für die Köhler, anzutreffen gewesen, oder weil sich die Ansiedler zu ihren Wohnungen anfangs nur solche niedrige Hütten gebaut, die einem »Kohl-Cram« nicht unähnlich geschienen, so hätte man den Ort anfänglich »Cramdorf« genannt, woraus später »Crandorf« geworden sei.

531. Ursprung des Namens Grünhain.

(Richter, a. a. O., II, 1748, S. 34.)