Der alte Weiperter Paß hat noch deutliche Spuren von Weipert bis zum Blechhammer und in Kuhberg hinterlassen, wo tiefe Hohlwege, zum Teil selbst in festem Gestein vorhanden sind.

Christian Lehmann leitet im Hist. Schauplatz (S. 42) den Namen des Ortes Kuhberg von einem czechischen Worte küweribi, welches er mit »ausspannen« verdeutscht, ab. Wenn dies richtig ist, so würde dieser Name zur Bestätigung von einer uralten Herberge am Pöhl- oder Grenzbache dienen.

Erwähnt mag hierbei werden, daß der zwischen Weipert und Kuhberg gelegene sächsische Grenzort Bärenstein früher »Kuhzahl«, d. h. Kuhschwanz geheißen haben soll. Seinen jetzigen Namen führt er nach dem Archiv für sächs. Geschichte (12. B., S. 95) erst seit dem Jahre 1526 nach dem basaltischen Bärensteine, an dessen Fuße er liegt.

562. Von dem Ortsnamen Stolzenhahn.

(Aus einer handschriftlichen Chronik von Böhmisch-Wiesenthal, mitgeteilt vom Pfarrer H. Friedlein in Ober-Wiesenthal.)

Bei dem Städtchen Böhmisch-Wiesenthal liegt der Ort Stolzenhahn, auch Stolzenhain und Stolzenhann, in alten Kirchenbüchern »der Stoltze Hayn« genannt.

In alten Zeiten stand in der Gegend des jetzigen Dorfes im dichten Walde eine Schmelzhütte. Als eines Morgens zwei Arbeiter vor die Thür traten, erblickte der eine von ihnen einen schönen Auerhahn, der auf einem nahen Baume saß. Da rief er aus: »Sieh, welch ein stolzer Hahn!« und von diesem Ausrufe hat der Ort später seinen Namen bekommen.

563. Die Entstehung des Ortsnamens Einsiedel.

(Aug. Kießling, Das Mineralbad zu Einsiedel, 1881, S. 8. Sachsens Kirchengalerie, 8. B., S. 72.)

Nach einer alten geschriebenen Chronik, welche im Pfarramts-Archive zu Neuhausen aufbewahrt wird, hat der Ort Einsiedel bei Sayda seinen Namen von drei Brüdern bekommen, welche sich vor langer, langer Zeit als Einsiedler dort aufhielten. Auch die zu Einsiedel gehörige Ortschaft Brüderwiese soll ihren Namen diesen drei Brüdern verdanken. Man vermutet, daß sich daselbst ihre Einsiedelei befand, denn in der Kirche zu Seiffen zeigt man eine alte Glocke, welche in der Brüderwiese aufgefunden worden sein soll und die möglicherweise der Klause der drei Einsiedler einst angehörte.