733. Das Raubschloß auf dem Lautersteine bei Zöblitz.

(Steinbach, Historie des Städtchens Zöblitz. Dreßden, 1750, S. 12.)

Der erste Felsen unter Zöblitz, linker Hand unter der Pfarrwiese nach Lauterstein zu, heißt der Lauterstein, welcher gegen das alte Schloß Lauterstein liegt und vom roten Wasser aus sehr hoch und jähe ist. Dem Vorgeben nach soll auf diesem Felsen ein Raubschloß, von welchem man gegen das dem Katzensteine an der schwarzen Pockau gegenüberliegende »Raubschloß« Losung geben konnte, gestanden haben. Man bemerkte früher auf dem Felde noch einige Gräben. Das genannte »Raubschloß« lag am rechten Pockauufer im Walde, ungefähr eine Stunde von Zöblitz entfernt. Man fand daselbst viel alte Kriegsgeräte, Pferdezeug, Sporen u. dergl., ferner Überreste von einer unterirdischen Wasserleitung. Nach der Volkssage soll das »Raubschloß« durch Kurfürst Joh. Georg I. vom Katzensteine aus in den Grund geschossen worden sein. Wahrscheinlich aber wurde es bereits im Hussitenkriege zerstört.

734. Das Raubschloß Sommerstein.

(Chronica der freyen Bergstadt S. Annaberg, II., 1748, S. 32. Grundig, Neue Versuche nützlicher Sammlungen etc., 2. Band, 1750, S. 171.)

Auf dem Schenkgute über der Pfarre zu Hermannsdorf liegt im Walde ein Fels, der Sommerstein genannt, worauf in alten Zeiten ein Raubschloß gestanden haben soll. Die Besatzung desselben lauerte gleich derjenigen der Schlösser zu Tannenberg und Greifenstein den Kaufleuten auf, welche von Böhmen kamen oder dorthin zogen. Man sieht noch etwas von den Mauern nebst einen in Fels gehauenen Backofen und einen wohl ausgemauerten viereckigen Brunnen, in welchen das Wasser durch einen langen Graben von Westen her geleitet wurde. Erzählt wird noch, es solle in diesen Felsen ein großes Loch gehen, darin stände ein großer Kasten mit Gold.

735. Das Raubschloß auf dem Greifensteine.

(Christ. Lehmann, Histor. Schauplatz etc., S. 183 und 184.)

Woher der Greifenstein bei Ehrenfriedersdorf den Namen habe, weiß niemand, außer daß man sagt, es hätte ein Greif daselbst genistet. Außerdem hat man die Vermutung, es hätte ein Raubschloß da gestanden, von welchem die Räuber denen auf dem Schellenberge, wo jetzt Augustusburg steht, Zeichen hätten geben können. Noch hat es das Ansehen, daß vor alten Zeiten der Platz zwischen zwei hohen Felsen mit Mauern eingeschlossen gewesen sei. Auch hat man zuweilen Topfscherben, Nägel, Pfeile, Schlüssel und anderes Eisenwerk, Totengebeine, Schweinszähne und Fischgräten daselbst gefunden. Auch ist daselbst ein kleines silbernes Ringlein mit einem Kreuzchen und dem Namen Maria gefunden worden.

736. Die Räuber auf dem Frauenstein.