Wenn man in Komotau das alte Rathaus besichtigt, so kommt man in einen Hof, der das »Mönchshöfel« heißt. An der einen Wand desselben bemerkt man ein Steinbild, das einen Mönch vorstellt, dessen Haupt und Hände getrennt sind. Im Rathause soll nämlich, so oft der Stadt eine Gefahr droht, ein Mönch herumgehen, der den Kopf unter dem Arme trägt. Er geht vom Rathause bis zur Kaserne, einem ehemaligen Jesuitenkloster, wo er verschwindet. Viele Leute wollen ihn schon gesehen, namentlich soll er im Jahre 1832 sich gezeigt haben, und drei Tage nach seinem Erscheinen ist die ganze Stadt abgebrannt.
77. Spukgestalten an einem Brunnen auf dem Fichtelberge.
(Lehmann, Histor. Schauplatz, S. 250.)
Abraham Munsch, ein alter frommer Hutmann in Wiesenthal, erzählte, daß er einstmals oben auf dem Fichtelberge einen überaus schönen Brunnen angetroffen, dessen Grund und Boden von eitel Goldflammen geleuchtet habe. Da er sich niedergesetzt, um den schönen Quell zu betrachten und wieder aufgesehen, sei ein schönes buntes Vöglein auf einer Seiten, auf der anderen aber ein Mönch mit einem offenen Buche gesessen, darüber er erschrocken und davon gelaufen. Er habe aber seit dieser Zeit den Brunnen nicht wieder antreffen können.
78. Der Laternenmann in Alberode.
(Mitgeteilt von J. G. Müller, Kirchner und Lehrer in Lößnitz.)
An unbestimmten Tagen, besonders wenn der Mond nicht scheint, entsteigt dem Keller des alten Rittergutes Alberode nachts 12 Uhr ein Mönch mit einer großen, hellleuchtenden Laterne, vom Volke der Laternenmann genannt. Derselbe geht unbeirrt langsamen Schrittes auf dem Marktsteige nach dem Klosterholze und verschwindet in einem Keller des Rittergutes Klösterlein. Er thut niemandem ein Leid.
In Sagen anderer Gegenden nähert sich der Laternenmann dem feurigen Manne ohne Kopf; ohne Kopf geht z. B. der Mann mit der Laterne bei Hackpfiffel in der Grafschaft Mannsfeld umher. (Größler a. a. O. No. 195.) Wir finden überhaupt, daß in den Sagen von Laternen tragenden und feurigen Männern, sowie von Irrlichtern mancherlei Berührungspunkte vorhanden sind. In Kärnten z. B. heißt das Irrlicht »Lichtmandl« d. h. Lichtmännchen; es wird also hier ganz als persönliches Wesen gedacht und entspricht unserm feurigen Manne. Das »Lichtmandl« hat flammende Hände, mit denen es einen Mann züchtigte, als es derselbe anrief, ihm Feuer in seine Pfeife zu geben. (Österr. Touristenzeitung 1884, No. 21.)
79. Der spukhafte Mönchskopf zu Chemnitz.
(Gräße, Sagenschatz d. K. Sachsen, No. 469.)