Im Dönitzgrunde bei Eibenstock, in welchem noch die Überreste früherer Zinnseifen zu sehen sind, zeigt man auch eine alte Binge. Von derselben wird erzählt, daß einst zwei Reiter über dieselbe setzen wollten, daß sie aber dabei mit ihren Pferden hinabstürzten. Wer nun in der Johannisnacht an diese Binge kommt und aufmerksam horcht, der vernimmt in der Tiefe nicht nur das Klirren von zusammenschlagenden Hufeisen, sondern auch das leise Ticken einer Uhr.

134. Die geheimnisvollen Ambosschläge im Keller eines Hauses zu Eibenstock.

(Mündlich.)

In Eibenstock zeigt man ein Haus, welches früher einem Schmied gehörte, dessen Frau mit dem Teufel ein Bündnis geschlossen hatte. Als die Frau gestorben war, verkaufte der Mann das Haus und zog fort; doch ließ er verschiedene Gegenstände in dem weitläufigen und in viele Gänge auslaufenden Keller zurück. Da geschah es, nachdem das Haus wieder bewohnt war, daß eines Abends eine Frau hinab in den Keller ging, in welchem sich ein Brunnen befindet, um daselbst noch Wasser zu holen. Da hörte sie heftige, wie auf einen Ambos ausgeführte Schläge, von denen sie jedoch nicht sagen konnte, woher sie rührten. Dies wiederholte sich noch zweimal nach einander. Darauf ist aber der Frau der Mut plötzlich gesunken und sie ist eilends davongegangen. Solche Ambosschläge sind übrigens noch mehrmals in der Nacht in jenem Keller gehört worden.

135. Die Klage in Kohlenschächten bei Bockwa.

(Gräße, Sagenschatz etc. No. 585.)

Hinter Bockwa, seitwärts von Hohndorf nach Reinsdorf zu, gab es vor einigen dreißig Jahren noch einige verfallene Kohlenschächte; in einen derselben soll einmal ein Offizier beim Spazierengehen hineingestürzt und sein Leichnam erst nach langer Zeit wiedergefunden worden sein. Wenn man in die Nähe dieses Ortes kam, so hörte man fortwährend Winseln aus jenen Schächten, ohne heraus zu bekommen, woher dasselbe kam.

136. Das gefährliche Feld bei Zwickau.

(Gräße, Sagenschatz etc. 2. Aufl., No. 611.)