(Spieß, Aberglaube, Sitten, etc. d. s. Erzgeb. Dresden, S. 36.)
Ein unter sechs Wochen altes Kind soll nicht »über den Wechsel getragen werden« (d. h. wohl, bald auf dem rechten, bald auf dem linken Arme), sonst holt es der Wechselbalg.
Hier erscheint der Wechselbalg als der auswechselnde Dämon. In der Lausitzer Sage ist dagegen der Wechselbalg ein geistesschwaches, mißgestaltetes Kind, welches von einer aus dem Gebirge oder Walde kommenden alten Frau gegen das wohlgebildete, unter sechs Wochen alte Kind umgetauscht wird, wenn keine Person in dessen Nähe ist. (Haupt, Sagenbuch d. L. No. 71.) Ebenso tauschten nach einer schlesischen Sage die Feenixweibel ein auf dem Felde allein gelassenes kleines Kind gegen das ihrige um, welches verbuttet blieb und ebenfalls Wechselbalg genannt wurde. (Mitteilungen des mähr.-schles. Sudeten-Gebirgsvereins, 2. Jahrg. No. 7.)
199. Das Mittagsgespenst.
(Grohmann, Aberglauben und Gebräuche aus Böhmen und Mähren. 1. B., S. 13.)
In Bäringen sagt man: Das Mittagsgespenst hockt den Wöchnerinnen auf, die zu Mittag von 11 bis 12 Uhr auf die Gasse treten oder in den Keller oder auf den Boden gehen, und »muscht« sie.
Das Lausitzer Mittagsgespenst, die Mittagsfrau (Pripolniza), welche zur Mittagszeit zwischen 12 und 2 Uhr als großes weibliches Wesen auf den Feldern zu erscheinen pflegt, ist streng genommen von der slavischen Todesgöttin oder Pestfrau (Smertniza) zu unterscheiden. (S. die Einleitung zu diesem Abschnitte.) Die Smertniza wandelt ebenfalls als weiße Frau umher und macht sich durch Pochen in dem Hause bemerklich, in welchem innerhalb dreier Tagen jemand sterben soll. (Haupt, Sagenbuch d. L. I., No. 74. Schäfer, Deutsche Städtewahrzeichen, S. 91.)
200. Der Alp.
(Mündlich.)
Der Alp ist ein dämonisches Wesen, welches schlafende Menschen drückt, so daß sie keinen Laut von sich geben können. Man nennt dieses Drücken Alpdrücken.