Fichte.

N. Sch. Ich denke Dir dieses Geld keineswegs zu schenken; sondern ich denke es Dir nur zu borgen: und es mag auf dem Hause, unter uns, stehen bleiben.

Beantworte mir doch nach genauer Erkundigung folgende Fragen: Sind bei Euch auf gute Art, und wohlfeil liegende Gründe zu erkaufen: z. B. Bauergüter, die von Hofdiensten frei gemacht werden könnten; oder beträchtliche Stüke von den herrschaftl. Gründen: Wir möchten es, um gewißer Ursachen Willen, gern wißen.

Meine Frau grüßt Dich herzlich; und dankt für Deinen Brief.

Aufschrift:

An Herrn
Samuel Gotthelf Fichte
in
Rammenau b. Bischofswerda
über Leipzig u. Dresden.

Inliegend 5 Stück Carolin.

Die beigegebenen rührenden Zeilen Johanna's nehmen Bezug auf den am 29. Sept. erfolgten Tod des Vaters Hartmann Rahn.

20.

Ich kann doch den Brief meines Lieben Mannes nicht abgehen lassen, ohne Ihnen auch zu schreiben. Ich freue mich herzlich, daß Sie so glüklich angekommen sind, daß Sie alle Lieben so wohl fanden; und Ihr lieber Brief an mich, voll wahrer Lebensweisheit ist; Sie haben den wirklichen Punkt gefunden, um in der Welt glüklich zu seyn, halten Sie ihn ja fest, denn ohne diesen einzigen wahren Gesichtspunct, können wir nie glüklich sein.