Die Kiste ist wirklich angekommen, und ich finde den Riß sehr schön und gut. Er ist just nicht wohlfeil, aber der Preis ist so ungeheuer nicht, wie du ihn machst. Deswegen wirst du künftig hin so gut sein und immer gleich schreiben, was eine Sache kostet, damit man nicht inzwischen denke es gelte Haut und Haar. Nun aber bitte ich dich, denn es fehlt noch die Hauptsache, der Proceß wie es gemacht wird, wie viel Zeit man braucht, wie viel Leute dabey angestellt sind u. s. w.

Mit grosem Verlangen sehe ich dem Waserischen Ende entgegen, nimm dich zusammen so bald möglich, und schick mirs.

Unter den neuen Kupfern die du geschickt hast waren vier bis fünf Albrecht Dürers die du noch nicht besasest, und einige bessere Abdrücke, ich hab sie schon eingeordnet, und du erhältst sie nächstens. Der Holzschnitte sind noch zu wenig. Unterdeß habe ich auch von Martin Schön und Luckas von Leiden sehr gute Sachen die dein gehören, diese sollen nach und nach auch zierlich zusammengebracht werden, und folgen.

Ferner schicke ich dir mit der fahrenden Post das Manuskript das der alte Bodmer verlangt hat; der Herzog hat sich dafür bey dem Herzog von Gotha verbürgt, und es kommt ihm hauptsächlich darauf an daß du eine Sicherheit zu erhalten suchst, das Buch wenn der Alte stirbt ohne Umstände aus dem Nachlasse heraus nehmen zu können. Ueberleg es, und händige es ihm nicht anders als gegen einen Schein aus.

Knebeln ist es im Ursern Thale ganz wohl geworden, ich glaube er blieb drey Tage drinn.

Mit dem zweyten Portrait des Herzogs ist es wieder ein Unglück; man verkauft doch sonst die grosen Herrn in den schändlichsten Karikaturen. Das Unglück bey diesem ist aber, daß es mit Geist in eine ganz fremdes Wesen übergetragen ist. Die ganze Welt wünscht nichts mehr als ein Bild vom Herrn, und wenn ich diese iemand anbiete, so ist als wenn sie Brod verlangten, und ich gäb Ihnen einen Stein.

Schreibe mir was vom Befinden deiner Frau. Adieu Lieber!

G.

27.

Ostheim vor d. Rhön, August 1780.