Jetzt fühlt der Engel was ich fühle,
Ihr Herz gewann ich mir beim Spiele,
Und Sie ist nun von Herzen mein.
Du gabst mir, Schicksal, diese Freude,
Nun laß auch morgen sein wie heute,
Und lehr’ mich ihrer würdig sein.

Nun sitzt der Ritter an dem Ort,
Den ihr ihm nanntet, liebe Kinder,
Sein Pferd gieng langsam fort
Und seine Seele nicht geschwinder.
Da sitz’ ich nun vergnügt bei Tisch,
Und endige mein Abentheuer
Mit einem Paar gesott’ner Eier
Und einem Stück gebratnem Fisch.
Die Nacht war wahrlich ziemlich düster,
Mein Falke stolperte wie blind,
Und doch fand ich den Weg so gut als ihn der Küster
Des Sonntags früh zur Kirche find’t.
Ich komme bald, ihr goldnen Kinder,
Vergebens sperret uns der Winter
In unsre warmen Stuben ein.
Wir wollen uns zum Feuer setzen,
Und tausendfältig uns ergötzen,
Uns lieben wie die Engelein;
Wir wollen kleine Kränze winden,
Wir wollen kleine Sträußchen binden,
Wir wollen wie die Kinder sein!

Handschrift

Fußnoten

[1] Gesammelte Schriften von J. M. R. Lenz, herausgegeben von L. Tieck. Berlin, bei Reimer 1828, 3 Theile. Das Trauerspiel das leidende Weib, hat Tieck fälschlich unter die Lenzischen Schriften gesetzt; es ist von Klinger, wie Gervinus (Neuere Geschichte der deutschen Nationalliteratur Th. I. S. 584) nachgewiesen hat.[2] S. Salzmann’s Nekrolog von Moriz Engelhardt, Morgenblatt 1812. — Gelegentlich stehe hier, daß Göthe während seines Aufenthaltes in Straßburg, 1770 bis 1771 auf dem alten Fischmarkte, im Hause Nr. 80 wohnte. Die von Salzmann präsidirte Tischgesellschaft, bei den Jungfern Lauth, kam in der Krämergasse Nr. 13 zusammen.[3] Das Andenken des Pfarrers Johann Jakob Brion und seiner von Göthe als Muster einer tüchtigen, einsichtsvollen und verständigen Hausfrau geschilderten Gattin, Maria Magdalena, geb. Schöll, steht noch immer in Sesenheim in Segen. Das alte Pfarrhaus ist seitdem abgerissen worden und hat einem größern, stattlichen Wohngebäude Platz gemacht. Die Jasminlaube, die seitdem auch verpflanzt worden ist, wird häufig von Reisenden, namentlich von Deutschen und Engländern, aufgesucht und geplündert. — Göthe’s damalige Vorliebe für Ossian war auch auf Friedericke übergegangen. Ich besitze den schon besprochenen Gesang: „Stern der dämmernden Nacht“, welchen er für Friedericke übersetzte, und sodann, sehr verändert, in den Werther aufnahm, von seiner Hand geschrieben und hin und wieder verbessert. Er folgt im Anhange. Die älteste Tochter, Marie Salome (bei Göthe Olivie ), war an einen Pfarrer Marx in Meißenheim, bei Lahr, verheirathet; bei ihr starb Friedericke (November 1813) im 58. Lebensjahre. Der Bruder ( Moses ) starb 1817 als Pfarrer zu Barr. Die jüngste Schwester, zu Göthe’s Zeit ein kleines, munteres Mädchen, hieß Sophie; sie lebte eine Zeit lang mit Friedericke im Steinthale, wo beide eine Mädchenschule leiteten; später zog sie nach Niederbronn, wo sie im Dezember 1838 in hohem Alter starb. Sie war bis an ihr Ende heiter und sprach von Göthe nicht anders als mit Achtung; sie klagte ihn nie an und wußte nichts von einer förmlichen Verlobung zwischen ihm und ihrer Schwester. Sie wurde oft von Fremden besucht und war unter dem Namen „Täntele“ in Niederbronn und in der Umgegend bekannt und allgemein geschätzt. Die bis dahin ungedruckten Gedichte Göthe’s, die ich in Chamisso’s und Schwab’s Musenalmanach 1838 einrücken ließ, hatte ich von ihr erhalten; sie sind aber nicht eigenhändig von Göthe geschrieben.[4] Strobel, hist. du Gymn. de Strasb. 1838. S. 159 u. 160.[5] Gervinus, neuere Geschichte der poetischen Nationalliteratur der Deutschen. Th. I. S. 581 u. 584.[6] Viele Beiträge der Gesellschaft wurden in den damals in Straßburg erscheinenden Bürgerfreund eingerückt, an welchem namentlich Blessig thätigen Antheil hatte.[7] Dieser in der Erwinia 1839, S. 6 u. ff., mitgetheilte Aufsatz bildet die Grundlage der leider Fragment gebliebenen Novelle „Lenz“ meines verstorbenen Freundes Georg Büchner. Er trug sich schon in Straßburg lange Zeit mit dem Gedanken Lenz zum Helden einer Novelle zu machen, und ich gab ihm zu seinem Stoffe alles, was ich an Handschriften besaß. Das Fragment ist abgedruckt im Telegraphen 1839, Nummer 5 u. ff.[8] Kaufmann aus Winterthur.[9] Daß diese — Friedericke aus Sesenheim war, geht aus den Briefen von Lenz an Salzmann unzweifelhaft hervor.[10] Oberlin schrieb und sagte später immer Waldbach; dies ist auch der offizielle Name, den das Dörfchen trägt.[11] Aus Oberlin’s Papieren gezogen und ohne Veränderungen abgedruckt.[12] Herr Kommerzienrath Vogel, in Emmendingen, hatte die Güte mir einige Notizen über Lenz’s Aufenthalt daselbst mitzutheilen; sie beziehen sich meistens auf die Ausbrüche seines Wahnsinns, an deren Erzählung der Leser, aus Oberlin’s Aufsatze, gewiß schon volle Genüge hat.[13] Schlosser.[14] Es war ihm nämlich eine Wasserkur verordnet; namentlich das Baden im fließenden Wasser, was er oft und gerne im Rheine that.[15] Die Uebersetzungen aus Ossian, Band 3 u. 4, sind von ihm. Er war auch ein eifriger Mitarbeiter am deutschen Museum; die Jahrgänge 1776 und 1777 enthalten viele Beiträge von ihm; auch am deutschen Merkur und Vossischen Musenalmanach.[16] Der erste starb als Lehrer an einem Institut in Paris. Der zweite war Professor am Buchsweiler Gymnasium; beide waren früher Gehülfen Basedow’s.[17] Gesammelte Schriften von J. M. R. Lenz, Bd. I. S. CXX.[18] Sesenheim.[19] Ich weiß nicht was hier gemeint. Es liegen einige unvollständige Blättchen bei den Briefen, welche einzelne philosophische und theologische Betrachtungen, besonders über Leibniz, enthalten.

D. H.

[20] Andreas Lamey, gebürtig aus Münster, im oberen Elsaße; ein Mann von niederer Abkunft, den aber sein Fleiß und seine Talente, so wie seine wunderbaren Lebensschicksale, zu einem großen, wichtigen Wirkungskreise führten. Er war ein Freund und Gehilfe Schöpflin’s, leistete dem Churfürsten der baierischen Pfalz wesentliche Dienste durch Auffindung verlorener Dokumente und starb in Mannheim, allverehrt und allgesegnet, als Hofrath, Oberbibliothekar und beständiger Sekretar der Gesellschaft der Wissenschaften. Der geistreiche Luce hat die wunderbaren Fata Lamey’s in einer lieblichen Geschichte „die Wunder des Fäßchens“ erzählt. S. alsatisches Taschenbuch auf d. J. 1807.

D. H.

[21] Spatziergang, bei Straßburg. D. H.[22] In einem Briefe Pfeffel’s an meinen sel. Vater (Kolmar 13. Dezember 1806) finde ich hierüber folgende Stelle: „Die Geschichte an der Aar hat Luce irrig ungedruckt geglaubt. Der gute Lenz verfertigte das Stück nach unserer Erzählung (denn er hatte damals die Schweiz noch nicht gesehen) an einem Winterabende auf meiner Stube, und ich erinnerte mich sogar, daß ich ihm einen Reim dazu lieferte. Er hinterließ Luce und mir eine Abschrift des Gedichtes, das ich mit seiner Bewilligung in den Göttinger Musenalmanach von 1777 oder 1778 einrückte; es verdiente aber mit allem Recht wieder auferweckt zu werden.“

D. H.