Hofrat.
Es ist zu spät, der Mann ist gewiss schon zu Bette.

Gräfin. Glauben Sie das nicht. So alt er ist, passt er Ihnen auf, bis Sie in den Wagen steigen. Er macht Ihnen noch in völliger Kleidung seinen Scharrfuss und versäumt gewiss nicht, sich Ihnen zu empfehlen. Lassen wir ihn rufen.

Friederike.
Lassen Sie ihn rufen, man muss doch sehen, wie er sich gebärdet.

Hofrat.
Ich bin's zufrieden.

Friederike (klingelt und sagt zum Bedienten, der hereinkommt).
Der Amtmann möchte doch noch einen Augenblick herüberkommen!

Gräfin. Die Augenblicke sind kostbar. Wollen Sie nicht indes noch einen Blick auf die Papiere werfen, die sich auf diese Sache beziehen? (Zusammen ab.)

Achter Auftritt
Friederike allein, nachher der Amtmann.

Friederike. Das will mir nicht gefallen. Sie sind überzeugt, dass er ein Schelm ist, und wollen ihm nicht zu Leibe. Sie sind überzeugt, dass er sie betrogen, ihnen geschadet hat, und wollen ihn belohnen. Das taugt nun ganz und gar nichts. Es wäre besser, dass man ein Exempel statuierte. —Da kommt er eben recht.

Amtmann. Ich höre, dass des Herrn Hofrats Wohlgeboren noch vor ihrer Abreise mir etwas zu sagen haben. Ich komme, dessen Befehle zu vernehmen.

Friederike (indem sie die Büchse nimmt). Verziehen Sie einen Augenblick, er wird gleich wieder hier sein. (Sie schüttet Pulver auf die Pfanne.)