Amine.
Genug, sie sind von dir.
Eridon.
So blühend sind sie nicht, wie jene Rosen waren,
Die Damon dir geraubt.
Amine [steckt sie an den Busen].
Ich will sie schon bewahren;
Hier, wo du wohnst, soll auch der Blumen Wohnplatz sein.
Eridon.
Ist ihre Sicherheit da -
Amine.
Glaubst du etwa? -
Eridon.
Nein!
Ich glaube nichts, mein Kind; nur Furcht ist's, was ich fühle.
Das allerbeste Herz vergißt bei muntrem Spiele,
Wenn es des Tanzes Lust, des Festes Lärm zerstreut,
Was ihm die Klugheit rät und ihm die Pflicht gebeut.
Du magst wohl oft an mich auch beim Vergnügen denken;
Doch fehlt es dir an Ernst, die Freiheit einzuschränken,
Zu der das junge Volk sich bald berechtigt glaubt,
Wenn ihm ein Mädchen nur im Scherze was erlaubt.
Es hält ihr eitler Stolz ein tändelndes Vergnügen
Sehr leicht für Zärtlichkeit.
Amine.
Gnug, daß sie sich betrügen!
Wohl schleicht ein seufzend Volk Liebhaber um mich her;
Doch du nur hast mein Herz, und sag, was willst du mehr?
Du kannst den Armen wohl mich anzusehn erlauben,
Sie glauben wunder -
Eridon.
Nein, sie sollen gar nichts glauben!
Das ist's, was mich verdrießt. Zwar weiß ich, du bist mein;
Doch einer denkt vielleicht, beglückt wie ich zu sein,
Schaut in das Auge dir und glaubt dich schon zu küssen
Und triumphiert wohl gar, daß er dich mir entrissen.
Amine.
So störe den Triumph! Geliebter, geh mit mir,
Laß sie den Vorzug sehn, den du -
Eridon.
Ich danke dir.
Es würde grausam sein, das Opfer anzunehmen;
Mein Kind, du würdest dich des schlechten Tänzers schämen;
Ich weiß, wem euer Stolz beim Tanz den Vorzug gibt:
Dem, der mit Anmut tanzt, und nicht dem, den ihr liebt.