Eugenie.
Was hilft mein Sinnen! Ich verwirre mich!

Gerichtsrat.
Errätst du's nicht, so liegt es fern von dir.

Eugenie.
Das zeige sich, sobald du ausgesprochen.

Gerichtsrat.
Ich wage viel! Der Ehstand ist es!

Eugenie.
Wie?

Gerichtsrat.
Gesprochen ist's, nun überlege du.

Eugenie.
Mich überrascht, mich ängstet solch ein Wort.

Gerichtsrat.
Ins Auge fasse, was dich überrascht.

Eugenie.
Mir lag es fern in meiner frohen Zeit,
Nun kann ich seine Nähe nicht ertragen;
Die Sorge, die Beklemmung mehrt sich nur.
Von meines Vaters, meines Königs Hand
Musst' ich dereinst den Bräutigam erwarten.
Voreilig schwärmte nicht mein Blick umher,
Und keine Neigung wuchs in meiner Brust.
Nun soll ich denken, was ich nie gedacht,
Und fühlen, was ich sittsam weg gewiesen;
Soll mir den Gatten wünschen, eh' ein Mann
Sich liebenswert und meiner wert gezeigt,
Und jenes Glück, das Hymen uns verspricht,
Zum Rettungsmittel meiner Not entweihen.

Gerichtsrat.
Dem wackern Mann vertraut ein Weib getrost,
Und wär' er fremd, ein zweifelhaft Geschick.
Der ist nicht fremd, wer teilzunehmen weiß,
Und schnell verbindet ein Bedrängter sich
Mit seinem Retter. Was im Lebensgange
Dem Gatten seine Gattin fesselnd eignet,
Ein Sicherheitsgefühl, ihr werd' es nie
An Rat und Trost, an Schutz und Hilfe fehlen,
Das flößt im Augenblick ein kühner Mann
Dem Busen des Gefahr umgebnen Weibes
Durch Wagetat auf ew'ge Zeiten ein.