Zimmermeister. Du bist ein verwegener Taugenichts.

Vansen. Gevatter Tropf! Laß du den Herzog nur gewähren. Der alte Kater sieht aus, als wenn er Teufel statt Mäuse gefressen hätte und könnte sie nun nicht verdauen. Laßt ihn nur erst; er muß auch essen, trinken, schlafen wie andere Menschen. Es ist mir nicht bange, wenn wir unsere Zeit recht nehmen. Im Anfange geht's rasch; nachher wird er auch finden, daß in der Speisekammer unter den Speckseiten besser leben ist und des Nachts zu ruhen, als auf dem Fruchtboden einzelne Mäuschen zu erlisten. Geht nur, ich kenne die Statthalter.

Zimmermeister. Was so einem Menschen alles durchgeht! Wenn ich in meinem Leben so etwas gesagt hätte, hielt' ich mich keine Minute für sicher.

Vansen. Seid nur ruhig. Gott im Himmel erfährt nichts von euch Würmern, geschweige der Regent.

Jetter. Lästermaul!

Vansen. Ich weiß andere, denen es besser wäre, sie hätten statt ihres
Heldenmuts eine Schneiderader im Leibe.

Zimmermeister. Was wollt Ihr damit sagen?

Vansen. Hm! den Grafen mein' ich.

Jetter. Egmont! Was soll der fürchten?

Vansen. Ich bin ein armer Teufel und könnte ein ganzes Jahr leben von
dem, was er in einem Abende verliert. Und doch könnt' er mir sein
Einkommen eines ganzen Jahres geben, wenn er meinen Kopf auf eine
Viertelstunde hätte.