MARGARETE.
Doch auch gewiß gar manche schwere Stunden.
Des Kleinen Wiege stand zu Nacht
An meinem Bett; es durfte kaum sich regen,
War ich erwacht;
Bald mußt ich’s tränken, bald es zu mir legen
Bald, wenn’s nicht schwieg, vom Bett aufstehn
Und tänzelnd in der Kammer auf und nieder gehn,
Und früh am Tage schon am Waschtrog stehn;
Dann auf dem Markt und an dem Herde sorgen,
Und immer fort wie heut so morgen.
Da geht’s, mein Herr, nicht immer mutig zu;
Doch schmeckt dafür das Essen, schmeckt die Ruh.
(Gehn vorüber.)

MARTHE.
Die armen Weiber sind doch übel dran.
Ein Hagestolz ist schwerlich zu bekehren.

MEPHISTOPHELES.
Es käme nur auf Euresgleichen an,
Mich eines Bessern zu belehren.

MARTHE.
Sagt grad, mein Herr, habt Ihr noch nichts gefunden?
Hat sich das Herz nicht irgendwo gebunden?

MEPHISTOPHELES.
Das Sprichwort sagt: Ein eigner Herd,
Ein braves Weib sind Gold und Perlen wert.

MARTHE.
Ich meine: ob Ihr niemals Lust bekommen?

MEPHISTOPHELES.
Man hat mich überall recht höflich aufgenommen.

MARTHE.
Ich wollte sagen: ward’s nie Ernst in Eurem Herzen?

MEPHISTOPHELES.
Mit Frauen soll man sich nie unterstehn zu scherzen.

MARTHE.
Ach, Ihr versteht mich nicht!