MEPHISTOPHELES:
So fahre hin! Wir wollen's weiter sehn.

ANAXAGORAS:
Dein starrer Sinn will sich nicht beugen;
Bedarf es Weitres, dich zu überzeugen?

THALES:
Die Welle beugt sich jedem Winde gern,
Doch hält sie sich vom schroffen Felsen fern.

ANAXAGORAS:
Durch Feuerdunst ist dieser Fels zu Handen.

THALES:
Im Feuchten ist Lebendiges erstanden.

HOMUNCULUS:
Laßt mich an eurer Seite gehn.
Mir selbst gelüstet's, zu entstehn!

ANAXAGORAS:
Hast du, o Thales, je in einer Nacht
Solch einen Berg aus Schlamm hervorgebracht?

THALES:
Nie war Natur und ihr lebendiges Fließen
Auf Tag und Nacht und Stunden angewiesen.
Sie bildet regelnd jegliche Gestalt,
Und selbst im Großen ist es nicht Gewalt.

ANAXAGORAS:
Hier aber war's! Plutonisch grimmig Feuer,
äolischer Dünste Knallkraft, ungeheuer,
Durchbrach des flachen Bodens alte Kruste,
Daß neu ein Berg sogleich entstehen mußte.

THALES:
Was wird dadurch nun weiter fortgesetzt?
Er ist auch da, und das ist gut zuletzt.
Mit solchem Streit verliert man Zeit und Weile
Und führt doch nur geduldig Volk am Seile.