v. 2. Febr. 1789.

Euren Brief habe ich zur rechten Zeit, durch den Umweg erhalten. Ich habe Euren Wünschen die Zeit oft nachgedacht und mich hie und da erkundigt, habe aber nichts gefunden das Euch direckt befriedigen könnte. Doch bin ich auf einen Gedanken gekommen, der vielleicht würckt. Schreibt mir durch welchen Weeg ich mich näher erklären soll. Verzeiht daß ich heut nicht mehr sage. Grüßt die Eurigen und gedenkt mein.

W. d. 2 Febr. 89.

G.

135.
Goethe an Kestner.

v. 2. Märtz 1790.

Euer Brief, lieber Kestner, hat mir viel Freude gemacht, besonders das Zettelchen vom Brocken, welches mir ein rechter Beweiß Eures dauernden Andenkens ist; dafür hab ich auch oft an Euch gedacht, wenn es mir wohl ging.

Heute sage ich wenig, das ihr für viel nehmen mögt weil ich gleich schreibe. Es folgt auch der sechste Band meiner Schriften, zu deßen Genuß ich Euch gute Stunden wünsche.

Lebet wohl, grüßet Lotten und die Eurigen. Ich bin wieder auf dem Sprunge zu verreisen, wie weit weiß ich selbst nicht.