86.
Goethe an Hans.
Lieber Hans ich dank ihm recht sehr für seine Briefe, fahr er ich bitte so fort.
Hier sind vier Exemplar Iris, die ist er so gut und bestellt sie an die vier Damen die hier auf dem Zettelgen genannt sind.
Er hat noch, wenn ich mich nicht irre Geld von mir in Verwahrung, das bitt ich ihn als ein Cristgeschenk anzunehmen, und seinen Geschwistern auch etwas davon zu Gute zu thun.
Grüss er Papa und die Schwestern und Msll Brand. Will denn noch keine der Lotte nachfolgen?
G.
87.
Goethe an Lotte.
(Frankfurt den 31. Oct. 1773)
Ich weis nicht liebe Lotte ob meine Muthmasung Grund hat, dass Sie in kurzem ein Negligee brauchen werden, wenigstens kommt mirs so vor. Und da ich über diesen wichtigen Punct nachdachte, sprach ich zu mir selbst: Sie geht gerne weis, alles Nesseltuch ist verbannt im Winter, außer gesteppt und da sieht sie zu altmütterlich drinn aus &c. hierüber trat die vorsichtige Göttin der Mode zu mir und überreichte mir beykommendes Zeug, das ausser der Dauer alle Qualitäten hat. Es ist Nesseltuch, hat also alle dessen Tugenden, die Atlassstreifen machen es zur Wintertracht; kurz und gut, zum Schneider mit, dass der aber fein säuberlich verfahre. NB es darf mit keiner andern Farbe als weis gefüttert werden, die ich gesehen habe, hatten weis Leinwand drunter. Das Stück gibt iust ein Negligee, über Poschen.