Zum Zittern wird nun ihre Strenge,

Denn deine Kühnheit wird zur Pflicht.

Schnell hilft dir Amor sie entkleiden,

Und ist nicht halb so schnell als du;

Dann hält er schalkhaft und bescheiden,

Sich fest die beyden Augen zu.

8,Im Schlafgemach, fern von dem Feste Sitzt Amor dir getreu und wacht Daß nicht die List muthwill'ger Gäste Das Brautbett dir unsicher macht. Er harrt auf dich. Der Fackel Schimmer Umgläntzt ihn, und ihr flammend Gold Treibt Weihrauchdampf, der durch das Zimmer In wollustvollen Wirbeln rollt. Wie schlägt dein Herz, beym Schlag der Stunde, Der deiner Freunde Lärm verjagt! Wie blickst du nach dem schönen Munde, Der dir nun bald nichts mehr versagt. Du eilst dein Glücke zu vollenden Mit Ihr ins Heiligthum herein, Die Fackel in des Amors Händen Wird wie ein Nachtlicht still und klein. Wie glüht vor deiner Küsse Menge Der Schönen reitzendes Gedicht, Zum stillen Schertz wird Ihre Strenge, Denn deine Kühnheit wird zur Pflicht. Schnell hilft Ihr Amor sich entkleiden, Und ist doch nicht so schnell als du, Dann hält der kleine Schalck bescheiden Sich fest die beiden Augen zu.

9. Kinderverstand.

In großen Städten lernen früh