Hier muß ich aufhören um nicht gar ins Abstruse zu gelangen, ob ich gleich mich in keine Region begeben könnte, wohin Sie mich nicht, mit Beystimmung und Zufriedenheit, begleiten möchten.
Eilig sey dies Blatt zusammengelegt um nicht einen Posttag länger zu verweilen. Mit den treusten Wünschen von Herzen angehörig
Weimar
den 6. Aprl.
1830.[294]
J W Goethe
[293] Für ruhige Stunden. Leipzig 1828. 2 Thle.
[294] Am 15. Nov. theilte Kanzler v. Müller in Goethes Auftrage die traurige Nachricht vom Tode seines Sohnes mit, die er dem Vater selbst hatte bringen müssen, welcher sie mit großer Fassung und Ergebenheit aufgenommen und ausgerufen hatte: non ignoravi me mortalem genuisse! während seine Augen sich mit Thränen füllten. Später erfolgte von demselben Bericht über Goethes Befinden.
LIX.
Lassen Sie uns doch ja, mein Theuerster, der Anmuth einer nachbarlichen schnellen Communikation genießen; eine solche Halbgegenwart ertheilt eigene Reize.[295] Und so sey es denn gesagt: daß ich mich in einem leidlichen, aber freylich nicht präsentablen Zustand befinde; aufnehmen und verarbeiten kann ich wohl, aber nicht erwiedern; so wie ich schon seit acht Tagen nicht dazu komme das Nächste wegzuräumen. Geduld also und Beharrlichkeit zum Bessern!