[130] Horn schreibt auch nach seiner Rückkehr nach Frankfurt: „Hier im Reiche ist es gar nicht auszuhalten, die Leute sind so stipide, als man es sich nur vorstellen kann. Manchmal muß ich drüber lachen, aber öfters ärgere ich mich darüber. — Die Mädchen! o die sind hier ganz unerträglich! sehr stoltz und ohne allen Menschenverstand. Ich mögte rasend werden, wenn ich an Leipzig gedencke. Nicht eine ist fähig eine discours zu führen, als etwa vom Wetter, oder von einer neumodischen Haube.“

[131] Daniel Schiebeler aus Hamburg hielt sich von 1765 bis 1768 in Leipzig auf, und beschäftigte sich mit Musik und Dichtkunst. Seine auserlesenen Gedichte gab Eschenburg heraus (Hamburg 1773). Goethe erwähnt ihn (Werke XXI. S. 138) und daß sein Singspiel „Lisuard und Dariolette“ von ihm und seinen Freunden begünstigt ward. Wie es scheint gehörte auch er dem Oeserschen Kreise an. Hier ist auf den Schluß seines Gedichtes „Pygmalion“ angespielt:

„Wenn stets dich zu erhöhen

Mein Herz, Gott Amor, eifrig war;

So fleuch itzt auf mein Flehen

Zur Stadt, die mich gebar.

Statüen wirst Du finden,

So schöne macht ein Künstler nie.

O Vater vom Empfinden!

Hauch zu! so leben sie.“