Martin. Warte! (Zieht ein Gebetbuch hervor und gibt dem Buben einen Heiligen.) Da hast du ihn. Folge seinem Beispiel, sei brav und fürchte Gott! (Martin geht.)
Georg. Ach ein schöner Schimmel! wenn ich einmal so einen hätte!—und die goldene Rüstung!—Das ist ein garstiger Drach—Jetzt schieß ich nach Sperlingen—Heiliger Georg! mach mich groß und stark, gib mir so eine Lanze, Rüstung und Pferd, dann laß mir die Drachen kommen!
I. Akt, Szene 2
Jagsthausen. Götzens Burg
Elisabeth. Maria. Karl, sein Söhnchen.
Karl. Ich bitte dich, liebe Tante, erzähl mir das noch einmal vom frommen Kind, 's is gar zu schön.
Maria. Erzähl du mir's, kleiner Schelm, da will ich hören, ob du achtgibst.
Karl. Wart e bis, ich will mich bedenken.—Es war einmal—ja—es war einmal ein Kind, und sein Mutter war krank, da ging das Kind hin-Maria. Nicht doch. Da sagte die Mutter: "Liebes Kind"-Karl. "Ich bin krank"-Maria. "Und kann nicht ausgehn"-Karl. Und gab ihm Geld und sagte. "Geh hin, und hol dir ein Frühstück." Da kam ein armer Mann-Maria. Das Kind ging, da begegnet' ihm ein alter Mann, der war—nun Karl!
Karl. Der war—alt-Maria. Freilich! der kaum mehr gehen konnte, und sagte. "Liebes Kind"-Karl. "Schenk mir was, ich habe kein Brot gessen gestern und heut." Da gab ihm 's Kind das Geld-Maria. Das für sein Frühstück sein sollte.
Karl. Da sagte der alte Mann-Maria. Da nahm der alte Mann das Kind-Karl. Bei der Hand, und sagte—und ward ein schöner glänzender Heiliger, und sagte:—"Liebes Kind"-Maria. "Für deine Wohltätigkeit belohnt dich die Mutter Gottes durch mich: welchen Kranken du an rührst"-Karl. "Mit der Hand"—es war die rechte, glaub ich.