Sickingen. Ja, ich komme, Eure edle Schwester um ihr Herz und ihre
Hand zu bitten.
Götz. So wollt ich, Ihr wärt eher kommen. Ich muß Euch sagen: Weislingen hat während seiner Gefangenschaft ihre Liebe gewonnen, um sie angehalten, und ich sagt sie ihm zu. Ich hab ihn losgelassen, den Vogel, und er verachtet die gütige Hand, die ihm in der Not Futter reichte. Er schwirrt herum, weiß Gott auf welcher Hecke seine Nahrung zu suchen.
Sickingen. Ist das so?
Götz. Wie ich sage.
Sickingen. Er hat ein doppeltes Band zerrissen. Wohl Euch, daß Ihr mit dem Verräter nicht näher verwandt worden.
Götz. Sie sitzt, das arme Mädchen, verjammert und verbetet ihr Leben.
Sickingen. Wir wollen sie singen machen.
Götz. Wie! Entschließet Ihr Euch, eine Verlaßne zu heiraten?
Sickingen. Es macht euch beiden Ehre, von ihm betrogen worden zu sein. Soll darum das arme Mädchen in ein Kloster gehn, weil der erste Mann, den sie kannte, ein Nichtswürdiger war? Nein doch! ich bleibe darauf, sie soll Königin von meinen Schlössern werden.
Götz. Ich sage Euch, sie war nicht gleichgültig gegen ihn.