In allen solchen Künsten war er gewandt und glücklich, hier kam beides zustatten.
"Gebt ihm den Rest", sagte die Fürstin; "ich fürchte, er beschädigt Euch noch mit den Krallen".—"Verzeiht!" erwiderte der Jüngling, "er ist schon tot genug, und ich mag das Fell nicht verderben, das nächsten Winter auf Eurem Schlitten glänzen soll".—"Frevelt nicht!" sagte die Fürstin; "alles, was von Frömmigkeit im tiefen Herzen wohnt, entfaltet sich in solchem Augenblick".—"Auch ich", rief Honorio, "war nie frömmer als jetzt eben; deshalb aber denk ich ans Freudigste; ich blicke dieses Fell nur an, wie es Euch zur Lust begleiten kann". —"Es würde mich immer an diesen schrecklichen Augenblick erinnern", versetzte sie.
"Ist es doch", erwiderte der Jüngling mit glühender Wange, "ein unschuldigeres Triumphzeichen, als wenn die Waffen erschlagener Feinde vor dem Sieger her zur Schau getragen wurden".—"Ich werde mich an Eure Kühnheit und Gewandtheit dabei erinnern und darf nicht hinzusetzen, daß Ihr auf meinen Dank und auf die Gnade des Fürsten lebenslänglich rechnen könnt.
Aber steht auf!
Schon ist kein Leben mehr im Tiere.
Bedenken wir das Weitere!
Vor allen Dingen steht auf!"—"Da ich nun einmal kniee", versetzte der Jüngling, "da ich mich in einer Stellung befinde, die mir auf jede andere Weise untersagt wäre, so laßt mich bitten, von der Gunst und von der Gnade, die Ihr mir zuwendet, in diesem Augenblick versichert zu werden.
Ich habe schon so oft Euren hohen Gemahl gebeten um Urlaub und
Vergünstigung einer weitern Reise.
Wer das Glück hat, an Eurer Tafel zu sitzen, wen Ihr beehrt, Eure Gesellschaft unterhalten zu dürfen, der muß die Welt gesehen haben. Reisende strömen von allen Orten her, und wenn von einer Stadt, von einem wichtigen Punkte irgendeines Weltteils gesprochen wird, ergeht an den Eurigen jedesmal die Frage, ob er daselbst gewesen sei.
Niemanden traut man Verstand zu, als wer das alles gesehen hat; es ist, als wenn man sich nur für andere zu unterrichten hätte".