Honorio war immer gewohnt, ein so förderliches Werkzeug überzuschnallen; man schaute den Fluß hinauf und hinab, diesseits das bergartig terrassenweis unterbrochene, jenseits das aufgleitende flache und in mäßigen Hügeln abwechselnde fruchtbare Land, Ortschaften unzählige; denn es war längst herkömmlich, über die Zahl zu streiten, wieviel man deren von hier oben gewahr werde.
über die große Weite lag eine heitere Stille, wie es am Mittag zu sein pflegt, wo die Alten sagten, Pan schlafe und alle Natur halte den Atem an, um ihn nicht aufzuwecken.
"Es ist nicht das erstemal", sagte die Fürstin, "daß ich auf so hoher, weitumschauender Stelle die Betrachtung machte, wie doch die klare Natur so reinlich und friedlich aussieht und den Eindruck verleiht, als wenn gar nichts Widerwärtiges in der Welt sein könne, und wenn man denn wieder in die Menschenwohnung zurückkehrt, sie sei hoch oder niedrig, weit oder eng, so gibts immer etwas zu kämpfen, zu streiten, zu schlichten und zurechtzulegen".
Honorio, der indessen durch das Sehrohr nach der Stadt geschaut hatte, rief: "seht hin! Seht hin! Auf dem Markte fängt es an zu brennen!". Sie sahen hin und bemerkten wenigen Rauch; die Flamme dämpfte der Tag.
"Das Feuer greift weiter um sich!" rief man, immer durch die Gläser schauend; auch wurde das Unheil den guten, unbewaffneten Augen der Fürstin bemerklich.
Von Zeit zu Zeit erkannte man eine rote Flammenglut, der Dampf stieg empor, und Fürst Oheim sprach: "laßt uns zurückkehren! Das ist nicht gut! Ich fürchtete immer, das Unglück zum zweiten Male zu erleben".
Als sie, herabgekommen, den Pferden wieder zugingen, sagte die Fürstin zu dem alten Herrn: "reiten Sie hinein, eilig, aber nicht ohne den Reitknecht! Lassen Sie mir Honorio! Wir folgen sogleich".
Der Oheim fühlte das Vernünftige, ja das Notwendige dieser Worte und ritt, so eilig als der Boden erlaubte, den wüsten, steinigen Hang hinunter.
Als die Fürstin aufsaß, sagte Honorio: "reiten Euer Durchlaucht, ich bitte, langsam!
In der Stadt wie auf dem Schloß sind die Feueranstalten in bester
Ordnung, man wird sich durch einen so unerwartet außerordentlichen
Fall nicht irre machen lassen.