Prometheus.
Und du fühlst an deinem Herzen,
Daß noch der Freuden viele sind,
Noch der Schmerzen, die du nicht kennst.

Pandora.
Wohl, wohl! - Dies Herze sehnt sich oft
Ach nirgend hin und überall doch hin!

Prometheus.
Da ist ein Augenblick, der alles erfüllt,
Alles, was wir gesehnt, geträumt, gehofft,
Gefürchtet, meine Beste, - das ist der Tod!

Pandora.
Der Tod?

Prometheus.
Wenn aus dem innerst tiefsten Grunde
Du ganz erschüttert alles fühlst,
Was Freud und Schmerzen jemals dir ergossen,
Im Sturm dein Herz erschwillt,
In Tränen sich erleichtern will und seine Glut vermehrt,
Und alles klingt an dir und bebt und zittert,
Und all die Sinne dir vergehn,
Und du dir zu vergehen scheinst
Und sinkst, und alles um dich her
Versinkt in Nacht, und du, in inner eigenem Gefühle,
Umfassest eine Welt:
Dann stirbt der Mensch.

Pandora [ihn umhalsend].
O, Vater, laß uns sterben!

Prometheus.
Noch nicht.

Pandora.
Und nach dem Tod?

Prometheus.
Wenn alles - Begier und Freud und Schmerz -
Im stürmenden Genuß sich aufgelöst,
Dann sich erquickt in Wonneschlaf, -
Dann lebst du auf, aufs jüngste wieder auf,
Aufs neue zu fürchten, zu hoffen und zu begehren!