Prometheus.
Laß ihn!
Ist seine Hand wider jedermann,
Wird jedermanns Hand sein wider ihn.
[Mann ab.]
Prometheus.
Ihr seid nicht ausgeartet, meine Kinder,
Seid arbeitsam und faul,
Und grausam mild,
Freigebig geizig,
Gleichet all euren Schicksalsbrüdern,
Gleichet den Tieren und den Göttern.
[Pandora kommt.]
Prometheus.
Was hast du, meine Tochter,
Wie so bewegt?
Pandora.
Mein Vater!
Ach, was ich sah, mein Vater,
Was ich fühlte!
Prometheus.
Nun?
Pandora.
O, meine Arme Mira! -
Prometheus.
Was ist ihr?
Pandora.
Namenlose Gefühle!
Ich sah sie zu dem Waldgebüsche gehn,
Wo wir so oft die Blumenkränze pflücken;
Ich folgt ihr nach,
Und, ach, wie ich vom Hügel komme,
Seh ich sie, im Tal auf einen Rasen hingesunken.
Zum Glück war Arbar ohngefähr im Wald.
Er hielt sie fest in seinen Armen,
Wollte sie nicht sinken lassen,
Und, ach, sank mit ihr hin.
Ihr schönes Haupt entsank,
Er küßte sie tausendmal
Und hing an ihrem Munde,
Um seinen Geist ihr einzuhauchen.
Mir ward bang, ich sprang hinzu und schrie,
Mein Schrei eröffnet ihr die Sinnen.
Arbar ließ sie; Sie sprang auf,
Und, ach, mit halbgebrochnen Augen
Fiel sie mir um den Hals.
Ihr Busen schlug,
Als wollt er reißen,
Ihre Wangen glühten,
Es lechzt' ihr Mund, und tausend Tränen stürzten.
Ich fühlte wieder ihre Kniee wanken
Und hielt sie, teurer Vater,
Und ihre Küsse, ihre Glut
Hat solch ein neues unbekanntes Gefühl
Durch meine Adern durchgegossen,
Daß ich verwirrt, bewegt
Und weinend endlich sie ließ
Und Wald und Feld,
Zu dir, mein Vater! Sag,
Was ist das alles, was sie erschüttert
Und mich?