Psyche.
O, wie beschwert mich schon mein Kleid!

Satyros.
Was Not! Gewohnheitsposse nur,
Fernt euch von Wahrheit und Natur,
Drin doch alleine Seligkeit
Besteht, und Lebens-Liebens-Freud;
Seid all zur Sklaverei verdammt,
Nichts Ganzes habt ihr allzusamt!

[Es drängt sich allerlei Volks zusammen.]

Einer aus dem Volk.
Wer mag der mächtig Redner sein?

Ein Anderer.
Einem dringt das Wort durch Mark und Bein.

Satyros.
Habt eures Ursprungs vergessen,
Euch zu Sklaven versessen,
Euch in Häuser gemauert,
Euch in Sitten vertrauert,
Kennt die goldnen Zeiten
Nur aus Märchen, von weiten.

Das Volk.
Weh uns! Weh!

Satyros.
Da eure Väter neugeboren
Vom Boden aufsprangen,
In Wonnetaumel verloren
Willkommelied sangen,
An mitgeborner Gattin Brust,
Der rings aufkeimenden Natur,
Ohne Neid gen Himmel blickten,
Sich zu Göttern entzückten.
Und ihr - wo ist sie hin, die Lust
An sich selbst? Siechlinge, verbannet nur!

Das Volk.
Weh! Weh!

Satyros.
Selig, wer fühlen kann,
Was sei :Gott sein! Mann!
Seinem Busen vertraut,
Entäußert bis auf die Haut
Sich alles fremden Schmucks,
Und nun ledig des Drucks
Gehäufter Kleinigkeiten, frei
Wie Wolken, fühlt was Leben sei!
Stehn auf seinen Füßen,
Der Erde genießen,
Nicht kränklich erwählen,
Mit Bereiten sich quälen;
Der Baum wird zum Zelte,
Zum Teppich das Gras,
Und rohe Kastanien
Ein herrlicher Fraß!