Zwey der feinsten Lacerten, sie hielten sich immer zusammen;
Eine beynahe zu groß, eine beynahe zu klein.
Siehst du Beyde zusammen, so wird die Wahl dir unmöglich;
Jede besonders, sie schien einzig die Schönste zu seyn.
LXXI.
Heilige Leute, sagt man, sie wollten besonders dem Sünder
Und der Sünderin wohl. Geht's mir doch eben auch so.
LXXII.
Wär' ich ein häusliches Weib, und hätte, was ich bedürfte,
Treu seyn wollt' ich und froh, herzen und küssen den Mann.
So sang, unter andern gemeinen Liedern, ein Dirnchen
Mir in Venedig, und nie hört' ich ein frömmer Gebet.
LXXIII.
Wundern kann es mich nicht, daß Menschen die Hunde so lieben,
Denn ein erbärmlicher Schuft ist, wie der Mensch, so der Hund.
LXXIV.
Frech wohl bin ich geworden; es ist kein; Wunder, Ihr Götter,
Wißt, und wißt nicht allein, daß ich auch fromm bin und treu.