Wenn auf beschwerlichen Reisen ein Jüngling zur Liebsten sich windet,
Hab' er dies Büchlein; es ist reizend und tröstlich zugleich.
Und erwartet dereinst ein Mädchen den Liebsten, sie halte
Dieses Büchlein, und nur, kommt er, so werfe sie's weg.
LXXXI.
Gleich den Winken des Mädchens, des eilenden, welche verstohlen
Im Vorbeygehn nur freundlich mir streifet den Arm,
So vergönnt, ihr Musen, dem Reisenden kleine Gedichte:
O, behaltet dem Freund größere Gunst noch bevor!
LXXXII.
Wenn, in Wolken und Dünste verhüllt, die Sonne nur trübe
Stunden sendet; wie still wandeln die Pfade wir fort!
Dränget Regen den Wandrer! wie ist uns des ländlichen Daches
Schirm willkommen! Wie sanft ruht sich's in stürmischer Nacht!
Aber die Göttinn kehret zurück! Schnell scheuche die Nebel
Von der Stirne hinweg! Gleiche der Mutter Natur!
LXXXIII.
Willst du mit reinem Gefühl der Liebe Freuden genießen,
O, laß Frechheit und Ernst ferne vom Herzen dir seyn.
D i e will Amorn verjagen, und d e r gedenkt ihn zu fesseln;
Beyden das Gegentheil lächelt der schelmische Gott.
LXXXIV.
Göttlicher Morpheus, umsonst bewegst du die lieblichen Mohne;
Bleibt das Auge doch wach, wenn mir es Amor nicht schließt.