Nichts im Leben außer Gesundheit und Tugend ist schätzenswerter als
Kenntnis und Wissen; auch ist nichts so leicht zu erreichen und so
wohlfeil zu erhandeln; die ganze Arbeit ist Ruhigsein und die Ausgabe
Zeit, die wir nicht retten, ohne sie auszugeben.
Könnte man Zeit wie bares Geld beiseitelegen, ohne sie zu benutzen,
so wäre dies eine Art von Entschuldigung für den Müßiggang der halben
Welt; aber keine völlige, denn es wäre ein Haushalt, wo man von dem
Hauptstamm lebte, ohne sich um die Interessen zu bemühen.
Neuere Poeten tun viel Wasser in die Tinte.
Unter mancherlei wunderlichen Albernheiten der Schule kommt mir keine so vollkommen lächerlich vor als der Streit über die Echtheit alter Schriften, alter Werke. Ist es denn der Autor oder die Schrift, die wir bewundern oder tadeln? es ist immer nur der Autor, den wir vor uns haben; was kümmern uns die Namen, wenn wir ein Geisteswerk auslegen?
Wer will behaupten, daß wir Virgil oder Homer vor uns haben, indem wir die Worte lesen, die ihm zugeschrieben werden? Aber die Schreiber haben wir vor uns, und was haben wir weiter nötig? Und ich denke fürwahr, die Gelehrten, die in dieser unwesentlichen Sache so genau zu Werke gehen, scheinen mir nicht weiser als ein sehr schönes Frauenzimmer, das mich einmal mit möglichst süßem Lächeln befragte: wer denn der Autor von Shakespeares Schauspielen gewesen sei?
Es ist besser, das geringste Ding von der Welt zu tun, als eine halbe Stunde für gering halten.
Mut und Bescheidenheit sind die unzweideutigsten Tugenden; denn sie sind von der Art, daß Heuchelei sie nicht nachahmen kann; auch haben sie die Eigenschaft gemein, sich beide durch dieselbe Farbe auszudrücken.
Unter allem Diebsgesindel sind die Narren die Schlimmsten: sie rauben euch beides, Zeit und Stimmung.
Uns selbst zu achten, leitet unsre Sittlichkeit; andere zu schätzen, regiert unser Betragen.
Kunst und Wissenschaft sind Worte, die man so oft braucht und deren genauer Unterschied selten verstanden wird; man gebraucht oft eins für das andere.